POLITIK
06/06/2018 06:35 CEST | Aktualisiert 06/06/2018 07:53 CEST

US-Botschafter Richard Grenell ist Donald Trumps Geschenk an die AfD

Die HuffPost-These.

ODD ANDERSEN via Getty Images
US-Botschafter Richard Grenell provoziert sein Gastland. 

Richard Grenell ist Donald Trump. “America First”, mitten in Deutschland. 

Dem Botschafter des US-Präsidenten in der Bundesrepublik wird vorgeworfen, sich in die deutsche und europäische Politik einzumischen. Dabei vertritt Grenell einfach nur sein Land. Und dieses ist eben das Land von Donald Trump. 

Der Botschafter verhält sich also wie sein Präsident: Provokant, eingebildet, populistisch. Grenell will nicht Ansprechpartner sein, er vertritt Ansprüche. 

Er bringt den Trumpismus nach Deutschland – und soll durch diesen das Land destabilisieren. 

Grenells Signale an Merkel und die AfD

Wenn Grenell also der rechtsradikalen Nachrichtenseite “Breitbart” ein Interview gibt, in dem er verspricht “konservative Kräfte zu stärken”, wenn er den mit Rechtspopulisten regierenden österreichischen Kanzler als “Rockstar” bezeichnet, dann sind das Signale. 

► Zum einen an die Bundesregierung: Grenell hat dieser nach noch nicht einmal einem Monat im Amt klar gemacht, dass er nicht mit, sondern gegen sie arbeiten wird. 

Auch das ist im Sinne seines Chefs. Donald Trump kann Angela Merkel nicht ausstehen und empfindet Deutschland als wirtschaftliche Bedrohung und internationalen Gernegroß. 

► Zum anderen sendet Grenell Signale an die Populisten in Europa – und besonders die AfD. Denn diese meint der US-Botschafter, wenn er von “konservativen Kräften” spricht. Von einem “Erwachen der leisen Mehrheit”, die die “Eliten in ihrer Filterblase” ablehne und von Trump angeführt werde. 

Klarer kann es der US-Botschafter nicht machen: Er will in Deutschland eine Entwicklung vorantreiben, wie sie in den USA zur Präsidentschaft Donald Trumps geführt hat. Das bedeutet, er will populistische Kräfte stärken – und die Regierung seines Gastlandes untergraben. 

Anders gesagt: Grenell ist Trumps Geschenk an die AfD. 

Mehr zum Thema: Er mag Jens Spahn und twittert gern über Hitler: Das ist Trumps neuer Mann in Deutschland

Die US-Regierung verteidigt Grenells Konfrontationskurs 

Als solches lässt die US-Regierung ihrem Botschafter in Deutschland freie Hand. Kritik an Grenell hört man in den USA nur von Demokraten. Die Trump-Regierung und die Republikaner stehen hinter dem umstrittenen Botschafter – und dessen Aussagen. 

“Botschafter haben ein Recht, ihre Meinung zu äußern”, sagte Heather Nauert, Sprecherin des US-Außenministeriums, am Montag auf die Frage hin, ob Grenell die Meinungen von Trump wiedergebe. 

► Und sie fügte hinzu: “Manchmal sind es Ansichten, die die Leute vielleicht mögen oder nicht mögen.”

Grenells Ansichten sind die Ansichten Donald Trumps, die Ansichten der USA. Am Ende zeigen sie nur einmal mehr, wie weit sich diese unter ihrem willfährigen US-Präsidenten von Deutschland entfernt haben.