LIFESTYLE
30/01/2018 17:18 CET | Aktualisiert 31/01/2018 14:01 CET

Diese 14 intimen Fotos zeigen, wie Menschen in ihrem BDSM-Outfit aussehen

"BDSM ist eine Philosophie von leben und leben lassen."

  • Auf einem amerikanischen Fetischfest haben sich Menschen in in ihren BDSM-Outfits fotografieren lassen
  • Als Kontrast dazu sind sie in ihren Alltagsklamotten abgelichtetworden

Das “Folsom-Street”-Fest lockt jedes Jahr tausende Menschen auf die Strßen von San Francisco.

Aber für wen ist dieses Fest? Für jeden, der sich für Fetisch fasziniert.

Neben musikalischen Einlagen, öffentlichenTheaterstücken gibt es vor allem eines: eine Menge Leder.

Geschäfte mit der Lust

Michael Topolovac und Ti Chang haben sich für das Folsom-Street-Fest Ende vergangenen Jahres etwas Neues einfallen lassen. Die beiden verdienen ihr Geld mit ihrer Sex-Toy-Firma “Crave“ und wollten die Menschen, die das Festival besuchen, näher porträtieren. 

Topolovac und Changs Büro befindet sich in der Folsom Street, also ganz in der Nähe der Festörtlichkeiten. Für das Projekt richteten die beiden in ihrem Büro ein Studio ein. Dort luden sie Festival-Besucher ein, an ihrem Projekt teilzunehmen. 

Das Duo fotografierte die Besucher dort zuerst in ihren BDSM-Kostümen. Danach baten Topolovac und Chang etwa 50 Menschen zu einem weiteren Fotoshoot, bei dem sie ihre Alltagskleidung tragen sollten.

“Wir hatten keine Ahnung, dass die Idee laufen würde. Wir haben lediglich ein kleines Poster ausgehangen“, sagte Topolovac der HuffPost. “Doch die Menschen standen den ganzen Tag lang Schlange.“

Mehr zum Thema:BDSM, was wirklich hinter diesen Buchstaben steckt

Die Bilder, die dabei herausgekommen sind, zeigen nicht nur die Tiefe der menschlichen Sexualität, sondern auch die Schönheit darin, sich selbst auszudrücken.

“Es handelt sich hierbei weniger um den BDSM-Aspekt an sich, um die Orientierung oder die Identität“, sagte Topolovac, der die Fotos schoss.

“Es ging vielmehr um die gemeinsame Menschlichkeit der Leute. Besonders nach dem zweiten Shooting kam das zur Geltung.

Alle hatten einen gemeinsamen Nenner: ‘Hey, das sind wir. Wir sind komplexe Wesen. Wir sind verschiedenartig. Wir sind ausdrucksstark.’“

MICHAEL TOPOLOVAC/CRAVE 2017
Kamila und Francisco

Den Porträtierten, mit denen die HuffPost gesprochen hat, ging es allen in erster Linie um eines: 

sich selbst ausdrücken zu können und eine sichere Umgebung zu schaffen, in der sie offen über Sex und Lust sprechen können.

Der größte Teil von ihnen nannte der HuffPost nur den Vornamen, um die  Privatsphäre zu schützen. Kamila, die das Festival mit ihrem Freund und Mitarbeiter Francisco besuchte, hofft, mehr Leute dazu motivieren zu können, offen über Sex zu sprechen.

“Dieses Projekt löst Knoten”

“Gewisse Dinge sollten endstigmatisiert werden. Und ich denke, genau das beabsichtigt Michael“, sagte sie der HuffPost.

“Damit ist uns allen einen Gefallen getan. Oft haben wir das Gefühl, dass wir uns sexuell nicht frei entfalten können. Dieses Projekt ist ideal, diesen Knoten zu lösen und sich ohne Urteile selbst ausdrücken zu können.

Viel zu viele von uns kämpfen mit Unsicherheiten, was das Thema Sex anbelangt – in Bezug auf unsere Körper oder unsere Fantasien. Das Resultat: entweder schlechter oder gar kein Sex.“

 

 

In unserer Gesellschaft gibt es immer noch zahlreiche Vorurteile gegenüber der BDSM-Szene – auch wenn BDSM mittlerweile präsenter in Medien und Co. ist.

Die “Shades of Grey“-Ära habe eine globale Zuhörerschaft in eine „sehr inakkurate und ärmliche Beschreibung davon, was beidseitige Einwilligung bedeutet“, eingeführt, wie eine Teilnehmerin namens Ashley sagt.

Mehr zum Thema: Was Männer von “50 Shades of Grey” lernen können

“Wenn Menschen die Möglichkeit haben, einen Blick auf etwas Neues zu richten und etwas zu erforschen, das sie glücklich macht, für das sie Leidenschaft verspüren, das ihnen Befriedigung schenkt – dann könnte das ein unglaublicher Fortschritt für uns sein“, sagte sie.

Eine Sache, die der Großteil der Menschen bei BDSM offenbar missversteht, ist das Thema Zustimmung.

MICHAEL TOPOLOVAC/CRAVE 2017
Stephen

“Es herrscht das Vorurteil, dass BDSM etwas falsches oder dreckiges sei“, sagte ein anderer Mitwirkender namens Stephen gegenüber der HuffPost.

“Die erste Sache, die ich Leuten mit so einer Einstellung entgegne, ist, dass BDSM zwischen zwei Erwachsenen passiert, die beide einwilligen.

Es ist meine Philosophie von ‘Leben und leben lassen’“, sagte Ashley.

“Das ist die Art, wie wir unsere Zeit gerne verbringen. Und wenn keiner verletzt wird, dann ist das ja in Ordnung.“

Der Mythos BDSM

Sie setze sich für das Thema ein, weil sie den Mythos BDSM entlarven möchte. Trotz allem Bangen.

“Ich bereue ein wenig, dass ich meinen echten Name benutzt habe“, sagte sie. “Im Endeffekt entblößt du dich damit. Menschen können sich lächerlich machen und dich missverstehen.

Das ist sehr nervenaufreibend. Aber es geht schließlich darum, wer du als Person bist. Wenn du ehrlich mit dir selbst bist, warum solltest du dann Angst haben?“

MICHAEL TOPOLOVAC/CRAVE 2017
Ashley

Besonders das offene Klima in San Francisco und der Bay Area hätten ihr geholfen, sich wohler zu fühlen. Das Folsom Street Festival gilt als Nummer eins BDSM-Veranstaltung in den Staaten. 

Der Festival-Besucher Stephen erzählte der HuffPost, dass er diese Seite von sich eher für sich behalte. Doch die Unterstützung in der Community sei unglaublich stark und nicht nur auf das alljährliche eintägige Fest limitiert.

Natürlich ist es ein beunruhigender Gedanke: Solch einen privaten Aspekt des Lebens mit der Welt zu teilen.

Aber viele fühlen sich danach sogar stärker. Mason, ein Transgender Mann, sagte der HuffPost mit, er genieße es, seinen Körper zu zeigen.

“Wir bekommen nicht wirklich die Gelegenheit, sichtbar zu sein. Besonders unsere Körper nicht, denn damit machen wir uns angreifbar“, sagte er. “Also bin ich einfach nur froh, wenn ich mich sicher fühlen kann.“

MICHAEL TOPOLOVAC/CRAVE 2017
Mason

Mason ist der Meinung: “Viele, die Sex so praktizieren, wie er im Durchschnitt dargestellt wird, könnten von der BDSM-Szene einiges über Zustimmung und gegenseitige Lust lernen“, sagte er. “BDSM bietet wenigstens den Raum für Konversation.“

Den Menschen mit seinen facettenreichen Seiten präsentieren

Sowohl für die Leiter dieses Projekts, als auch die Teilnehmer war das Fotoprojekt eine Möglichkeit, die komplexen, facettenreichen Seiten des Menschen zu präsentieren – und das ist die schönste Sache daran, sagte Kamila.

“Viele denken, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen, mache einen verletzbar. Und ja, in manchen Fällen trifft das auch zu“, sagte sie.

“Aber für mich ist Angreifbarkeit die Basis für eine ehrliche Verbindung zu anderen Menschen. Dieser Massenakt der Selbstenthüllung kreiert einen sehr starken Einigkeitssinn, und genau aus dem Grund bin ich hier.“

Hier noch mehr intime Fotos vom Projekt.

MICHAEL TOPOLOVAC/CRAVE 2017
Molly und Auguste
MICHAEL TOPOLOVAC/CRAVE 2017
Tosho und Jana
MICHAEL TOPOLOVAC/CRAVE 2017
Yaz
MICHAEL TOPOLOVAC/CRAVE 2017
Lisa und Shane
MICHAEL TOPOLOVAC/CRAVE 2017
Rachel
MICHAEL TOPOLOVAC/CRAVE 2017
Justin
MICHAEL TOPOLOVAC/CRAVE 2017
Takeshi und Melvin
MICHAEL TOPOLOVAC/CRAVE 2017
Chelsea
MICHAEL TOPOLOVAC/CRAVE 2017
Cara
MICHAEL TOPOLOVAC/CRAVE 2017
Aleister und Rose

(ks)