POLITIK
11/09/2018 08:15 CEST | Aktualisiert 12/09/2018 10:25 CEST

Bayern-Wahl: SPD geht gegen Fake-Plakat mit Kopftuchträgerin vor

“Der Post macht Stimmung gegen Muslima und diskriminiert Kopftuchträgerinnen.”

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Das gefälschte Plakat, das Grit Nickel als Kandidatin zur bayerischen Landtagswahl zeigt.
  • Die SPD Erlangen hat Anzeige wegen eines gefälschten Plakats erstattet, das ihr Vorstandsmitglied Grit Nickel als Kandidatin zur Landtagswahl zeigt.

  • Die Fake News verbreitet sich seit Sonntag in den sozialen Medien und auf rechten Onlineportalen. Denn Nickel ist Muslima und trägt Kopftuch.

Die bayerische SPD sieht sich im Landtagswahlkampf mit einer Fake-News-Kampagne konfrontiert.

►  In den sozialen Medien und auf rechten Onlineportalen verbreitet sich ein gefälschtes Plakat, das das Erlanger SPD-Vorstandsmitglied Grit Nickel als Kandidatin zur Landtagswahl zeigt. Zu sehen ist sie mit einem rosa Kopftuch und dem Slogan “für ein Bayern der Vielfalt”.

►  “Diese plumpe Fälschung wollen wir nicht einfach so stehen lassen”, sagt Dieter Rosner, Vorsitzender der SPD Erlangen, der HuffPost.

SPD erstattete Anzeige wegen Diskriminierung

Ihn erreichen wir am Montagabend auf seinem Handy. Wenige Stunden zuvor hat sein Kommunalverband Anzeige wegen Urheberrechtsverletzung und Diskriminierung erstattet, sagt er.

► Die Darstellung ist zwar echt und entstand für einen Flyer für den Kommunalwahlkampf 2014, für den Nickel kandidierte. Falsch aber ist die Behauptung, Nickel sei Kandidatin zur Landtagswahl auf dem Listenplatz 22.

“Der Post macht Stimmung gegen Muslime und diskriminiert Kopftuchträgerinnen”, sagt Rosner. Er zeige obendrein die “Unsicherheit der Rechten über Deutsche, die sich öffentlich mit Kopftuch zeigen.”

► Das Plakat teilte unter anderem der wegen Volksverhetzung verurteilte Skandalautor Akif Pirinçci auf Twitter. Dazu der Hashtag “Umvolkung”. Pirinçci löschte den Post in der Nacht zum Dienstag.

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Falschmeldung verbreitete sich weiter

Dennoch verbreitete sich die Fakenews weiter. Unter anderem griff das verschwörungstheoretische “MMNews” die Falschmeldung auf und wirft der Kandidatin vor, sie wolle den “Bankensektor islamisieren”.

Schon im Bundestagswahlkampf verbreiteten Rechte gezielt Falschmeldungen.

Ihr Einfluss war allerdings deutlich geringer als etwa beim US-Präsidentschaftswahlkampf, ergab einer Studie der Stiftung Neue Verantwortung.Nur überdurchschnittliche viele Anhänger der AfD ordneten Fake News als Wahrheit ein.