POLITIK
22/03/2018 16:40 CET | Aktualisiert 22/03/2018 16:44 CET

Junger Bayer klagt an: "Herr Seehofer, Sie sind nicht mein Bayern”

Ein guter Bayer könne auch aus Afrika sein.

  • Ein junger Mann aus Bayern hat mit einem Facebook-Beitrag ein klares Statement zur Islam-Äußerung von Innenminister Horst Seehofers abgegeben
  • Seine Botschaft: “Ned mei Bayern, ned mei Horst”

“Wir müssen reden.” So ernst startet der Text von Jörg Brühmann, der in Bayern geboren und dort einen Großteil seines Lebens verbracht hat. 

Das schreibt Brühmann in seinem Text, den er am Mittwochabend auf Facebook veröffentlicht hat – zusammen mit einem Bild, das ihn in bayerischer Tracht und umgehängter Flagge des Freistaats zeigt. In seinen Händen hält er ein Schild: m “Ned mei Bayern, ned mei Horst” (“Nicht mein Bayern, nicht mein Horst”).

In seinem Text hat Brümann eine klare Ansage an den CSU-Chef. Dessen Namen nennt er allerdings anfangs noch nicht: “Es geht um einen Mann, dessen Aufgabe es lange war, das Land aus dem ich komme, zu vertreten. Und den heute immer noch viele Menschen als ‘Repräsentant’ oder beispielhaft für die hiesige Bevölkerung sehen.”

“Mein Bayern ist geprägt von Weltoffenheit und Toleranz”

Doch das Bild machte bereits deutlich: Mit diesem “Mann” meint Brühmann niemand anderen als den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten und  sowie neuen Innen- und Heimatminister: Horst Seehofer.

► Brühmann ist der Ansicht, dass der Politiker für nichts stehe, was für ihn Bayern sei.

”Mein Bayern besticht durch die ‘Liberalitas Bavarica’ und ist geprägt von Gemütlichkeit und Geselligkeit, aber auch Weltoffenheit und Toleranz. Wo Tradition und Zukunft nebeneinander existieren können. Einem Land von Leben und Leben lassen, in dem man viel von anderen lernen, aber nicht den anderen alles nachmachen muss.”

Zudem betonte der junge Mann, dass die Monarchen ihr Geld mehr für Schlösser und Denkmäler ausgegeben hätten, als für Kriegsflotten. Zudem sei es seine Heimat, die man lieben dürfe ohne die der anderen hassen zu müssen.

“Für das alles stehen Sie nicht Herr Seehofer”

Für Brühmann ist klar, wieso der Politiker keine gute Wahl als Bundesinnenminister ist:

“Mein Bayern braucht keine Mauern und keine scharfen Grenzen. Keine Überwachung oder Geheimpolizei. In meinem Bayern glauben wir an ein freies Europa und suchen nicht den Schulterschluss mit Populisten. In meinem Bayern versuchen wir nicht die AfD rechts zu überholen.”

Brühmann ätzt in Richtung Seehofer: “Unser größtes Problem hier ist nicht der fußballspielende, ministrierende Senegalese, sondern der Politiker, der solche Sätze äußert. Wir schüren keine Ängste vor den ‘Fremden’ und brauchen auch keine Obergrenzen.”

► Kurzum: “Sie, Herr Seehofer, sind nicht mein Bayern.”

 Mit den Worten von Georg Lohmeier, einem deutschen Schauspieler, schließt Brühmann seinen Appell: “Das Bayrische ist eine Denkweise. Ein guter Bayer kann auch aus Afrika sein.“

(mf)