NACHRICHTEN
07/07/2018 17:40 CEST

Bayern: Polizist spannt jahrelang Frauen im Freibad aus

Der Polizist könnte sogar seinen Job behalten.

  • Ein Polizist in Bayern nutzte Löcher in den Kabinenwänden eines Freibades, um Frauen auszuspannen.
  • Er filmte zwei Jahre lang über hundert Frauen. 
  • Im Video oben: Ein Sohn entdeckte durch Zufall, dass seine Mutter im Haus eines Spanners wohnte. 

Ein Polizist im bayerischen Bobingen hat Bohrlöcher in den Wänden der Umkleidekabinen eines Freibades genutzt, um mehr als 100 nackte Frauen zu filmen.

Der 27-Jährige hatte jahrelang Frauen beim Umziehen ausgespannt und mit seinem Handy aufgenommen.

Diese Bohrlöcher seien keine Seltenheit, wie der Leiter des Freibades Bernhard Langert gegenüber der Zeitung “Augsburger Allgemeine” bestätigt.

Es sei kein neues Phänomen und komme immer wieder vor, in vielen Bädern. Die Umkleiden würden deshalb ständig kontrolliert werden und die Löcher sofort blickdicht verschlossen.

Keine hundertprozentige Sicherheit

In dem Zeitraum, in dem die Videos entstanden waren (2015-2017), seien immer wieder Löcher gefunden und verschlossen worden, so Langert weiter.

Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht. Der Leiter rät den Besuchern sowohl im Freibad als auch in Modegeschäften dazu, die Augen offen zu halten und Verdächtiges sofort zu melden.

Das Amtsgericht hat den derzeit vom Dienst suspendierten Polizisten zu einer sechsmonatigen Freiheitsstraße auf Bewährung verurteilt. Außerdem könnte er permanent seinen Posten verlieren.

Disziplinarverfahren eingeleitet 

Jürgen Krautwalt, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, nennt als mögliche Konsequenzen der Tat Verweis, Geldbuße, Kürzung der Bezüge oder eine Degradierung. 

Die schärfste Strafe wäre die komplette Entfernung aus dem Dienst. Hätte der Polizist mehr als ein Jahr Freiheitsstrafe abbüßen müssen, wäre dies automatisch geschehen. Nun muss aber ein Disziplinarverfahren in die Wege geleitet werden, das ruht, bis das Urteil rechtskräftig ist.

Dann, sagt Krautwalt der “Augsburger Allgemeinen” weiter, würde die Akte des Spanners nach München geschickt werden, wo der Fall noch einmal bewertet wird. 

Die Behörde könnte dann eine Kürzung der Dienstbezüge oder des Ruhegehalts verhängen, für die Zurückstufung oder Entfernung aus dem Beamtenverhältnis muss eine Disziplinarklage beim Verwaltungsgericht vorgelegt werden. Das kann sich über mehrere Monate hinziehen.

(jg)