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26/09/2018 14:16 CEST

Bayern: Mädchen besucht Freizeitpark – und findet den Grabstein ihres Opas

Eine "große Schweinerei".

marako85 via Getty Images
Die 14-Jährige war schockiert, als sie den Namen ihres Großvaters auf einem Grabstein im Freizeitpark las. (Symbolbild) 
  • In einem bayerischen Freizeitpark hat ein 14-jähriges Mädchen eine gruselige Entdeckung gemacht: sie sah den Grabstein ihres Opas.
  • Dem Betreiber eines Gruselhauses drohen jetzt rechtliche Konsequenzen.

Vergangenen August ist ein 14-jähriges Mädchen mit ihrer Ministranten-Gruppe in den bayerischen Freizeitpark Geiselwind gefahren. In einem Geisterhaus dann der Schock: Plötzlich stand das Mädchen vor dem Grabstein ihres eigenen verstorbenen Großvaters. 

Vor dem Amtsgericht in Kitzingen muss sich jetzt der Betreiber des Parks wegen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener verantworten. 

Ruhezeit des Großvaters ist abgelaufen

Acht Grabsteine mit originalen Inschriften stellte der Betreiber vor das Gruselkabinett mit dem Namen “Dr. Lehmanns Horror-Lazarett”. Der Parkbesitzer habe seine Attraktion möglichst authentisch wirken lassen wollen, berichtet die “Bild”-Zeitung. 

Die 14-Jährige sei bei dem Anblick des Grabsteins fassungslos gewesen. “Meine Tochter rief mich an und erzählte es mir. Das ist mir die ganze Nacht durch den Kopf gegangen. Ich konnte nicht fassen, wie man so etwas machen kann”, sagte die 64-jährige Großmutter des Mädchens der “Bild”.

Laut der Zeitung war die Ruhezeit des 1996 verstorbenen Großvaters auf dem Friedhof abgelaufen. “Ich habe 130,90 Euro an den Steinmetz bezahlt. Dafür war der Abbau der Urnen-Grabstätte und die fachgerechte Entsorgung vereinbart.” 

Der Parkbetreiber entschuldigt sich

Vor Gericht erklärte der 34-jährige Parkbesitzer, er habe seinen Onkel gefragt, ob er einige Grabsteine bekommen könnte. Dieser sei nämlich Steinmetz. “Niemand hat an eine Beleidigung gedacht. Im August stand dann plötzlich die Polizei im Park”, sagte er laut dem “Bild”-Bericht.

Die Großmutter des Mädchens bezeichnete das Vorgehen des 34-Jährigen als “große Schweinerei”.

Dem Steinmetz sei der Fall sehr unangenehm gewesen. “Er hat mir das Geld zurücküberwiesen”, erklärte die 64-Jährige.

Noch wurde kein Urteil ausgesprochen. Am 12. Oktober soll der Prozess gegen den Parkbesitzer fortgesetzt werden.

Mit Material der dpa.

(jg)