ENTERTAINMENT
06/12/2018 15:44 CET

"Bares für Rares": Ex-Kandidat packt aus, welcher Teil der Sendung gespielt ist

Was im Fernsehen echt und spontan wirkt, ist in Wirklichkeit ein auswendig gelerntes Drehbuch.

ZDF / Screenshot
Ein Kandidat bei der Bewertung seines Objekts von einem Experten.
  • Bei “Bares für Rares” ist vieles nicht so, wie es im Fernsehen erscheint.
  • Ein Ex-Kandidat hat nun verraten, welcher Teil in der Sendung nur gespielt ist.

Die Trödelshow “Bares für Rares”erfreut sich bei den Zuschauern großer Beliebtheit. Jeden Nachmittag schalten mehr als drei Millionen Menschen den Fernseher an, um Horst Lichter und die Händler dabei zu beobachten, wie Kandidaten Gewinne für ihren Trödel verhandeln. 

Allerdings wurden immer wieder Gerüchte laut, dass vieles in der Show gestellt sei und im Fernsehen anders dargestellt werde. 

Zu Beginn des Jahres gab es einen Skandal, als laut wurde, dass der Sender für die Show Komparsen anstelle, um die Trödler im Hintergrund darzustellen. Von diesen sei keiner wirklich an einem möglichen Geschäft interessiert.

Ehemaliger Experte der Trödelshow packte aus

Der Goldhändler Ahmed Abou-Chaker, der mehrmals als Experte bei der Trödelshow mitwirkt, sagte damals der “Bild”-Zeitung, dass alles gestellt sei.

Er wunderte sich über die langen Schlangen, in denen Menschen angeblich darauf warteten, dass Experten ihre Raritäten schätzten.

“Wo die herkommen, weiß ich nicht”, sagte Abou-Chaker damals. Das ZDF dementierte damals, dass die Schlange aus Komparsen bestehe. “Auch sie müs­sen sich mit ihren Ob­jek­ten be­wer­ben, auch wenn die Sa­chen nicht zum Ver­kauf kom­men”, hieß es damals von Seiten des Senders.

Später berichtete ein ehemaliger Kandidat gegenüber FOCUS Online, dass er wiederholt zu Aufzeichnungen eingeladen wurde, die Macher der Sendung aber zu absurde Bedingungen gestellt hätten. So hatte er Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten wohl selbst übernehmen müssen.

Außerdem seien seine mitgebrachten Gegenstände nicht von der Jury bewertet worden.

Ex-“Bares für Rares”-Kandidat erzählt über seinen Drehtag

Der Bericht des Ex-Kandidaten Christian Jüttner bestätigt diese Unterstellungen zumindest teilweise. Der “Allgemeinen Zeitung” berichtete der Mann von seinem Drehtag bei der ZDF-Sendung.

Er berichtete, dass ihm das ZDF zumindest die Nacht im Hotel spendiert hatte. Für das Frühstück musste er allerdings selbst aufkommen.

Doch viel interessanter ist, dass seine Erfahrung zeigt, welcher Teil der Sendung offensichtlich nur gespielt wird: die Bewertung der seltenen Stücke der Profis.

Mehr zum Thema:“Bares für Rares”: Frau verkauft Ring unter Wert, Zuschauer fürchten Abzocke

Bewertung der Profis nur gestellt

Während es für den Zuschauer so aussieht, als würden die Expertenaugen von Albert Maier und Kollegen auf den ersten Blick erkennen, welche Geschichte ein Teeservice hat oder welcher Adelige einst im Besitz eines seltenen Gemäldes war, rattern diese nur einen auswendig gelernten Text herunter.

Jüttner verkaufte in der Sendung ein silbernes Kaffee- und Tee-Set von WMF. Doch bereits ein halbes Jahr vor der Aufzeichnung zu der Sendung wollte der Sender alle Details zu der Rarität wissen.

Er bekam einen Fragebogen zugeschickt und sollte Fotos aus allen Winkeln des Objektes machen. Der Sender wollte wissen, woher er das Stück habe, wie alt es sei und welchen Preis er erziehen wollte. 

So sammelt das ZDF alle Informationen im Vorab und der Experte muss diese nur noch einmal vor der Kamera vortragen.

(kiru)