ELTERN
03/08/2018 11:57 CEST

Babysprache: Neue Studie zeigt, welche Auswirkungen sie auf Kinder hat

Es macht einen Unterschied, wie man mit seinen Kindern spricht.

JGI/Jamie Grill via Getty Images
Babysprache fördert die Sprachentwicklung. 
  • Wissenschaftler der University of Edinburgh haben erforscht, wie Kinder schneller Sprache erlernen. 
  • Das überraschende Ergebnis der Forscher: Babysprache fördert die Sprachentwicklung der Kinder. 

Wauwau, Diddi, Tatütata – Babysprache klingt für Menschen ohne Kinder ziemlich absurd. Meist können nur die Eltern ihre Kinder ansatzweise verstehen, denn in jeder Familie scheinen sich andere Abkürzungen und Verniedlichungen zu etablieren. 

Als Eltern eines Kleinkindes habt ihr euch vielleicht schon einmal gefragt, ob es überhaupt gut ist, diese Babysprache anzunehmen – oder ob ihr vielleicht eher versuchen solltet, den Kleinen gleich die richtigen Begriffe beizubringen.

Wissenschaftler der University of Edinburgh sind dieser Frage nachgegangen. In einer neuen Studie haben sie untersucht, welchen Effekt es auf Kinder hat, wenn die Eltern mit ihnen in Babysprache sprechen.

Babysprache fördert die Sprachkompetenz 

Das Ergebnis wird euch vielleicht überraschen: Die Forscher konnten nachweisen, dass Babysprache die Sprachkompetenz der Kinder fördert. Je mehr Wörter in Babysprache die Kleinen lernen, desto schneller eignen sie sich demnach die richtige Sprache an.

Für die Studie wurden 47 Babys im Alter von neun Monaten über einen Zeitraum von einem Jahr untersucht. Die Wissenschaftler prüften den Wortschatz der Kinder mit 9, 15 und 21 Monaten.

Sie stellten fest, dass Babys, die mit neun Monaten häufiger Wörter in Babysprache wie “Choo-choo” oder “Bunny” hörten, bis zum Alter von 21 Monaten mehr neue Wörter lernten als Babys, die weniger Babysprache hörten. 

► Babysprache half den Kindern offenbar, sich ein größeres Vokabular anzueignen.

I-Laute und Wort-Doppelungen helfen den Kleinen 

Die Wissenschaftler entdeckten, dass insbesondere Wörter, die auf einen I-Laut enden, wie das englische Wort “bunny” sowie Laute wie “choo-choo”, die Geräusche nachahmen, den Kindern dabei helfen, neue Wörter in der Sprache zu identifizieren. Auch Wort-Doppelungen wie “night-night” seien hilfreich. 

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“Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Verniedlichungen und Wort-Doppelungen – die sich häufig in der Babysprache der verschiedensten Sprachen finden lassen – die frühe Entwicklung des Vokabulars fördern können”, sagte Dr. Mitsuhiko Ota, der die Studie leitete.

Eine Sache weniger also, über die Eltern sich Sorgen machen müssen. 

(amr)