ELTERN
11/06/2018 10:18 CEST | Aktualisiert 11/06/2018 10:32 CEST

Baby-Monitor: Kamera von Perversen gehackt? Mutter warnt andere Eltern

"Seit dem Vorfall will ich nicht mehr in unser Schlafzimmer gehen", schreibt sie.

Jinxy Productions via Getty Images
Babymonitore mit Kamera werden immer beliebter. (Symbolbild)
  • Die junge Mutter Jamie Summitt benutzte einen Baby-Monitor mit WLAN und App, um ihr Neugeborenes zu beobachten.
  • Eines Tages merkte sie, dass nicht nur ihre Familie Zugang zur Kamera hatte.

Als Mutter möchte man alles richtig machen. Sein Kind pflegen, lieben und ordentlich großziehen. Man gibt sein Bestes und greift dabei auch auf technische Hilfsmittel zurück. So steht wahrscheinlich in jedem Familienhaushalt mittlerweile ein Babyphone. Immer beliebter werden sie mit eingebauter Kamera – das sind dann sogenannte Babycams. So können Eltern nicht nur hören, wenn die Kleinen Unmut haben – sie können sie auch beobachten, ohne an ihrem Bettchen zu setzen.

Doch die Risiken, die ein solcher Baby-Monitors mit sich bringt, musste die Mutter Jamie Summitt jetzt am eigenen Leib feststellen.

Nach der Geburt ihres Sohne Noah habe sich die junge Mutter entschieden, einen Babymonitor mit eingebauter Kamera bei Amazon zu bestellen. Er sei mit dem WLAN der Familie verbunden und über eine App steuerbar, die sich beliebig viele Personen herunterladen könnten, schreibt Jamie Sutton in einem öffentlichen Post auf Facebook.

Über die App lässt sich die 360-Grad-Kamera mit einem einfachen Wischen des Fingers steuern. So konnten Summitt und ihr Mann den Baby-Monitor von überall bedienen.

Mehr zum Thema: Mutter ließ Söhne allein zu Hause – danach hat das Baby den Bauch voller Schrauben

Plötzlich bewegte sich die Kamera ohne ihr Zutun

Eines Tages habe sie mit ihrem Mann und dessen Schwester im Wohnzimmer gesessen, die App offen auf dem Telefon. Auf einmal habe sie aus den Augenwinkeln gesehen, wie sich die Kamera bewegte. Die Linse schwenkte von ihrem schlafenden Sohn zu ihrem Bett, wo sie jeden Tag ihren Sohn stillte. Dann wieder zurück auf das schlafende Kind.

Doch alle Menschen, die Zugriff auf die Kamera hätten, saßen mit ihr im Raum, schreibt Summitt. “Ich fühlte, wie mir das Herz in die Hose rutschte”, schreibt sie auf Facebook. Außerdem seien ihr weitere Ungereimtheiten aufgefallen. Zum Beispiel sei die Kamera an dem Morgen auf das Bett gerichtet gewesen, wo sie gesessen habe, um ihren Sohn zu stillen, obwohl sie die Kamera immer auf das Kinderbett einstellen würde.

► “Ich fühle mich so verletzt. Diese Person hat mich Tag für Tag bei den intimsten Momenten zwischen mir und meinem Sohn beobachtet”, erklärte die junge Mutter.

Niemand konnte den Eltern weiterhelfen

Doch nicht genug, sie vermutet auch, dass der Hacker sie mithilfe der App abhören konnte, denn seit dem Vorfall können sie sich nicht mehr einloggen, um den Babymonitor zu bedienen.

Die hinzugerufene Polizei sei ebenfalls machtlos und so blieb ihnen nur der Kontakt zum Hersteller. Doch hier kam der nächste Schock für die frischgebackenen Eltern: Die Servicenummer der Firma sei außer Betrieb und auch auf Mails gäbe es keine Reaktionen, wie Summitt in dem Post mitteilte.

Das Fazit von Jamie Summitt ist eindeutig. “Bitte überprüft eure Sicherheitseinstellungen auf euren Monitoren, genauso wie die von eurem WLAN. Und: Solltet ihr denselben Monitor haben wie wir, schmeißt ihn sofort weg.”

(ks)