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27/01/2018 11:33 CET | Aktualisiert 27/01/2018 13:07 CET

Diese Kleidung trugen Vergewaltigungsopfer während des Übergriffes

Man sollte jungen Menschen nicht beibringen, was sie zu tragen hätten, um sich zu schützen.

  • Eine Ausstellung in Brüssel widmet sich Vergewaltigungsopfern
  • Es werden die Kleidungsstücke ausgestellt, die die Opfer während des Übergriffes getragen haben
  • Bilder der Ausstellung seht ihr oben im Video

“Da braucht sie sich nicht wundern, wenn sie angefasst wird. Sie hatte ja quasi nichts an.” Oder: “So ein Outfit provoziert halt. Einfach mehr anziehen, dann wird man auch in Ruhe gelassen.” 

Diese Kommentare bekommen Vergewaltigungsopfer oder Opfer sexueller Belästigungen nicht nur online, sondern auch offline zu hören.

Aus irgendeinem Grund scheint es in unserer Gesellschaft immer noch eine Rolle zu spielen, was Opfer von sexuellen Übergriffen anhatten, als sie attackiert wurden. 

Unfassbar schädlich für die Opfer

Genau das hat die Belgierin Delphine Goossens diesen Januar in ihrer Ausstellung “Was hast du an dem Tag getragen?” thematisiert. Goossens arbeitet in einem Zentrum für Vergewaltigungsprävention und sprach mit dem Nachrichtendienst EuroNews darüber, wieso ihr dieses Projekt so am Herzen lag. 

“Der Irrglaube, dass ein Outfit irgendetwas mit Vergewaltigung zu tun hat, ist unfassbar schädlich für alle, die eine solche Erfahrung machen mussten. Diese Ausstellung soll nicht nur die Kleidung der Opfer zeigen, sondern auch die Geschichte dahinter”. 

► Die Kleidungsstücke sind vielfältig: Eine Polizeiuniform, ein Kleid, eine Männerjeans, Trainingshosen und sogar das “My Little Pony”-T-Shirt eines Kindes. 

Die Geschichte dazu hängt immer neben den jeweiligen Kleidungsstücken, erzählt vom Opfer selbst: “Ich erinnere mich daran, dass ich im Zimmer meines Bruders und total verwirrt war. Ich wollte eigentlich nur meine Cartoons weitersehen.” 

Jeder darf sich anziehen, wie er will 

Eine Besucherin sagte dazu: “Es ist wirklich schockierend, diese Kleidung zu sehen. Es zeigt, dass Vergewaltigungen überall passieren können und vor allem jedem. Ich hoffe, dass das Projekt die Einstellung vieler Menschen ändern kann, die die Schuld für Vergewaltigungen immer noch bei den Opfern suchen.” 

► Goosens kritisiert vor allem, dass man jungen Menschen nicht beibringen sollte, was sie zu tragen hätten, um sich zu schützen.

► Viel eher sollte man ihnen beibringen, erst gar nicht zu Tätern zu werden: “Menschen müssen endlich verstehen, dass sich jeder anziehen kann, wie er will. Sexuelle Übergriffe sind in keinem Fall gerechtfertigt.”