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30/01/2018 14:17 CET | Aktualisiert 30/01/2018 14:17 CET

Ausblick: Die Möglichkeiten von Virtual Reality

Technischer Fortschritt und Innovationen machen das Thema Virtual Reality mittlerweile auch interessant für private Endanwender. Kommt mit der nächsten Hardwaregeneration der endgültige Durchbruch?

Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten eines Landes an einem Tag – zu Hause von der Couch aus: Virtual Reality (VR) - eine computergenerierte, künstliche Wirklichkeit - macht es möglich.

Die Zukunfts-Technologie verspricht branchenübergreifend nicht weniger als eine Revolution im Konsum digitaler Inhalte.

Dabei ist die Idee nicht neu. Schon seit vielen Jahrzehnten versuchen sich Forscher an virtuellen Welten. Doch erst mit dem Fortschritt im Bereich der Grafikkarten und durch die Entwicklung in der Videospielbranche, hat die Technik in den letzten beiden Jahren noch einmal einen ordentlichen Schub erlebt.

Headset und Sensoren

Aus Hardware-Sicht sind mit VR heute normalerweise Brillen bzw. Headsets gemeint. Grob eingeteilt gibt es momentan zwei technische Varianten auf dem Markt: Einerseits kostspielige High-End-Produkte, die an den PC oder an eine Konsole angeschlossen werden und über eigene Monitore verfügen sowie andererseits mobile Headsets, die als Halterung für das Smartphone fungieren. Das Grundprinzip ist jedoch das gleiche. Sie verfügen über einen oder mehrere, nahe am Auge, befindliche Bildschirme, bei gleichzeitiger Abschottung der Sinne von der Umwelt. Optional werden die Brillen mit Sensoren an Händen oder Körper erweitert oder diese werden im Raum platziert, um Bewegungen vollständig zu übertragen und am Monitor nachzubilden.

Doch trotz des Fortschritts, haben alle Produkte noch gemein, dass die Auflösung sehr niedrig ist und es oft zu unschönen Effekten, wie groben Pixeln oder schlieren kommt – von fotorealistischer Grafik ist man entsprechend noch weit entfernt. Gleichzeitig sind die Geräte sehr klobig und unhandlich. Die nächste Generation muss hier nachbessern.

Einsatzmöglichkeiten in der Unterhaltung

Sind diese technischen Hürden überwunden, sind die Einsatzmöglichkeiten gerade auch für Endanwender vielversprechend und bieten beispielsweise beim Medienkonsum neue Möglichkeiten. In erster Linie natürlich der Gaming-Bereich, der aktuell zudem als größter Treiber der Technologie gilt. Die Verkaufszahlungen der Geräte sind jedoch nach der Anfangseuphorie wieder stark rückläufig.

Wie oben bereits angedeutet, kann Virtual Realitiy auch dazu verwendet werden, die entferntesten Winkel der Welt mit VR-Filmen zu erkunden – ohne das Haus zu verlassen. Das gleiche Prinzip gilt auch bei Familienfeiern. So kann man beispielsweise mit allen Verwandten zusammen Weihnachten feiern, auch wenn diese über den gesamten Erdball verteilt sind.

Therapeutische Anwendungen

Aber auch außerhalb von Unterhaltung und Kommunikation verspricht VR sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten, unter anderem in der Medizin bzw. Therapie. In Letzterem werden bereits heute virtuelle Welten für die Behandlung von psychologischen und neurologischen Erkrankungen genutzt, beispielsweise um Patienten mit Angststörungen zu behandeln. Gleichzeitig können in Altenheimen oder Krankenhäusern virtuelle Welten den Bewohnern und Patienten ein Stück Lebensfreude zurückgeben und sie aus ihrem tristen Alltag ausbrechen lassen.

Soziale Isolation

Bei all den Möglichkeiten zum Abtauchen in die virtuelle Welt liegt genau auch hier die Gefahr: die vollständige soziale Abschottung und Flucht in ein anderes, künstliches Leben. Diese Diskussionen gibt es schon seit vielen Jahren, zuletzt beispielsweise in der Hoch-Zeit von Online Rollenspielen oder beim Aufkommen von sozialen Medien. Hat ein Mensch eine solche Neigung, kann sie durch VR beschleunigt werden. Andererseits können aber auch genau diese Technologien sozial isolierten Menschen helfen, aus der Einsamkeit zu entrinnen. Durch die grenzenlose Kommunikation, können diese mit anderen Menschen in Kontakt treten und - trotz Anonymität - von Angesicht zu Angesicht kommunizieren.

Nächste Generation entscheidend

Virtual Reality wird in Zukunft nicht mehr wegzudenken sein. Die Möglichkeiten im Alltag und in der Wirtschaft sind dabei vielseitig, aber auch nicht frei von Gefahren. Langfristig werden sie jedoch unsere Welt verändern. Allerdings wird es wohl noch ein bis zwei technische Generationen brauchen, bis die Technik wirklich reif für den Massenmarkt ist und jeder zu seiner persönlichen Sightseeing-Tour aufbrechen kann.