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08/03/2018 15:56 CET | Aktualisiert 08/03/2018 15:56 CET

Warum ich dagegen bin, dass Kinder in der Grundschule aufgeklärt werden

Der Staat ist bei diesem Thema zu übergriffig.

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Eine gute Aufklärung erfolgt individuell und nimmt einfühlsam auf den Wissenswunsch und die Grenzen des einzelnen Kindes Rücksicht.

Gute Sexualaufklärung fügt sich organisch in die gute Gesamterziehung eines Kindes ein.

Sexualität und alle Vorgänge, die mit der Geschlechtlichkeit zusammenhängen, berühren von Natur aus die intimste Sphäre des Menschen, wo er am verletzlichsten ist.

Natürlicher Schutzschild ist die Scham. Deshalb ist bei der Aufklärung des Kindes, dessen Seele besonders empfindlich ist, diese Schamgrenze unbedingt zu achten.

Und genau hier beginnt das Problem, sobald detaillierte Sexualaufklärung in der Gruppe in Schule oder gar KiTa erfolgt.

Jedes Kind ist anders, weiß anderes, verträgt anderes, braucht anderes und zu einem anderen Zeitpunkt.

Eine gute Aufklärung erfolgt daher individuell und nimmt einfühlsam auf den Wissenswunsch und die Grenzen des einzelnen Kindes Rücksicht.

Mehr zum Thema: “Liebe Eltern, klärt eure Kinder früher auf! Damit schützt ihr sie”

Eltern kennen ihre Kinder am besten

Es sind die Eltern, die dazu in erster Linie befähigt sind, im Rahmen ihrer Gesamterziehung. Sie kennen ihr Kind am besten und haben in aller Regel das innigste Vertrauensverhältnis mit ihm.

Sie sind es, die ihr Kind am besten erziehen können, es durch tägliches gutes Beispiel in liebevoller Zuwendung und Konsequenz heranbilden, und damit die Grundlagen für eine reife Persönlichkeit legen.

Deshalb liegen das Erziehungsrecht und die Erziehungspflicht nach Art. 6 GG vorrangig bei den Eltern, auch beim Thema Sexualität.

Die Mütter und Väter des Grundgesetzes haben das Elternrecht nach den bitteren Erfahrungen totalitärer Herrschaft als fundamentales demokratisches Abwehrrecht gegen einen übergriffigen, nach den Herzen und dem Geist unschuldiger Kinder greifenden Ideologie-Staat konzipiert.

Auch die religiöse Überzeugung spielt eine Rolle

Erziehung, die Fruchtbarkeit und Sexualität betrifft, ist auch immer Werteerziehung – in die eine oder in die andere Richtung. Hier gibt es keine Neutralität.

Dabei hängen die Einstellungen zur Sexualität, zu Regeln, Sitten und Umgang damit, auch wesentlich von der jeweiligen religiösen Überzeugung oder Weltanschauung ab.

► Auch diese persönliche Religions - und Bekenntnisfreiheit genießt höchsten grundgesetzlichen Schutz vor staatlicher Bevormundung.

Der Staat bzw. die Schulen sind deshalb verpflichtet, ganz besondere Sorgfalt walten zu lassen und sich mit den Eltern abzustimmen, gerade wenn sie im Bereich der Sexualerziehung ergänzend tätig werden.

Aufklärung durch die Schule

Ohne Frage ist es Aufgabe der weiterführenden Schule, den Schülern im Rahmen des Biologieunterrichts die Fakten und Abläufe der menschlichen Geschlechtsreifung und Fortpflanzung zu vermitteln.

►Kein Kind soll ohne Aufklärung darüber in die Pubertät kommen!

Eine darüber hinausgehende Sexualerziehung sollte allerdings fakultativ sein, als unterstützendes schulisches Angebot, welches die Eltern nach inhaltlicher Vorstellung im Rahmen eines Elternabends annehmen oder ablehnen können.

Inhaltlich gute Konzepte würden von Eltern ganz freiwillig mit Freude angenommen werden. Proteste gegen eine unangemessene und übergriffige Sexualerziehung wären dann nicht mehr notwendig.

Leider ist die Wirklichkeit davon weit entfernt. Sexualerziehung ist inzwischen der Tummelplatz anrüchiger Ideologen, die sich die Schulpflicht zunutze machen.

Ihre “Sexualpädagogik“ hat keineswegs im Sinn, die jungen Menschen zu einem verantwortungsvollen, ganzheitlichen Umgang mit ihrer Sexualität im Hinblick auf Gründung von Ehe und Familie zu befähigen. Ganz im Gegenteil.

“Sexualpädagogik der Vielfalt“ ist keine Aufklärung sondern Indoktrination

Eine Sexualpädagogik, die Kindern auf irgendeine Weise nahelege, heterosexuell und in Kernfamilien mit leiblichen Kindern zu leben, stehe im Verdacht, deren Möglichkeit zur selbstbestimmten Lebensführung einzuschränken.

Das schrieb Uwe Sielert 2001 in einem Schlüsseltext der “Sexualpädagogik der Vielfalt“, jener Schule der Sexualpädagogik, die heute eine hegemoniale Stellung im deutschsprachigen Raum einnimmt.

Ihre ideologischen Grundannahmen bestehen aus einer giftigen Mischung aus “emanzipatorischer Sexualpädagogik“ und “Gender Mainstreaming“, die im wesentlichen von Uwe Sielert angerührt wurde, dem Meisterschüler des berüchtigten Pädophilie-Lobbyisten Helmut Kentler. 

“Emanzipatorischen“ Sexualpädagogen wie Kentler und Sielert geht es im Kern darum, sexuelle “Lebensenergien“ freizusetzen und dafür Schamgrenzen und Schutzräume zu überwinden, und das auch und vor allem bei Kindern.

Sie erhoffen sich, in der Tradition des Freudomarxismus und des Esoterikers Wilhelm Reich stehend, durch Experimente und Grenzüberschreitungen im Bereich der Sexualität auch Impulse für eine fortschrittliche, linke Politik.

Die Strategie des Gender Mainstreaming ist davon im Ansatz etwas verschieden. Deren Erfindern, hauptsächlich lesbische Akademikerinnen wie Judith Butler, ging es nicht primär um die Freisetzung von Begehren und Lust, sondern um die Zerstörung bzw. Auflösung von (Geschlechts-)Identität.

Beispiele für die Übergriffigkeit der vorherrschenden Sexualerziehung

Diese beiden Ansätze sind verbunden in der “Sexualpädagogik der Vielfalt“, die in KiTas und Schulen vorherrscht. Deren pädagogische Stoßrichtung dürfte den Erziehungswünschen der meisten Eltern deutlich zuwiderlaufen.

Augenöffnend wirkt hier besonders der Blick in das von Elisabeth Tuider u.a. herausgegebene Standardmethodenwerk der “Sexualpädagogik der Vielfalt“, in der es von haarsträubend schamverletzenden Übungen – Stichwort: “Puff für alle“ - nur so wimmelt.

 

 

Ein brandaktuelles Beispiel ist auch die vom Berliner Senat für KiTa-Pädagogen herausgegebene Handreichung “Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben“, gegen die inzwischen mehr als 50.000 Menschen eine Protest-Petition unterstützen:

Das KiTa-Personal soll demnach bereits Kleinkindern alle Formen sexueller und geschlechtlicher Identität, Orientierung und Lebensweisen in Form von Bilderbüchern und Geschichten nahebringen und diese in den Kita-Alltag integrieren.

Und, was dem Fass den Boden ausschlägt, die KiTa- Pädagogen werden darin angeleitet, die sexuelle und geschlechtliche Identität der 1-6jährigen Kinder zu hinterfragen und sie darin zu unterstützen, ihre sexuelle Orientierung zu finden!

Mehr zum Thema: Ländervergleich: So werden Kinder in Europa aufgeklärt

Wir kommen also genau in die Situation eines übergriffigen Staates, zu dem dereinst die Verankerung des Erziehungsrechts der Eltern im Grundgesetz ein Gegenmittel bilden sollte.

Ein wegweisendes Gutachten des Göttinger Rechtsprofessors Christian Winterhoff stellt fest:

Es verstößt gegen das Indoktrinationsverbot und ist verfassungswidrig, wenn der Staat Schulkinder “zur im Sinne einer Befürwortung verstandenen Akzeptanz jeglicher Art von Sexualverhalten zu erziehen“ anstrebt.

Die Schule darf Bi-, Homo- und Transsexualität mit Heterosexualität nicht “als gleichwertige Ausdrucksformen von Sexualität vorgeben“.

Eltern müssen über ihre Rechte Bescheid wissen

Viele Eltern sind bereits auf den Barrikaden, anderen sind die Gefahren für ihr Kind noch gar nicht bewußt. Aufklärung über die Aufklärung tut Not.

Das Aktionsbündnis für Ehe & Familie - DEMO FÜR ALLE stellt deshalb aufbereitete Hintergrundrecherchen zur “Sexualpädagogik der Vielfalt“ für Eltern bereit, informiert über aktuelle Beispiele schamverletzenden oder indoktrinierenden Sexualkundeunterrichts und stellt auch empfehlenswerte Alternativen dazu vor, wie etwa die Projekte Teenstar und Fit for love.

► Es ist sehr wichtig, dass Eltern gute Alternativen und ihre Rechte kennen.  

Sexualkunde gehört zwar zum Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule, das Bundesverfassungsgericht hat aber dazu einschränkend fünf Leitsätze formuliert, u.a., dass die Schule jeden Versuch der Indoktrinierung unterlassen, Rücksicht auf das natürliche Erziehungsrecht der Eltern und auf deren religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen nehmen und die Eltern über Inhalt und den methodisch-didaktischen Weg der Sexualerziehung vorab informieren muss.

Verfassungsrechtler Winterhoff kommt sogar zu dem Schluss, dass Eltern bei einem “verfassungsrechtlich unzulässigen Sexualerziehungskonzept“ ihre Kinder vom Schulunterricht befreien lassen können. 

Weiterführende Informationen findet ihr unter www.demofueralle.de und www.elternaktion.de .