POLITIK
14/06/2018 06:26 CEST | Aktualisiert 14/06/2018 11:37 CEST

Asylstreit mit Seehofer: Diesen Kompromiss schlägt Merkel vor

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Carsten Koall via Getty Images
Streiten um eine Lösung in der Asylpolitik – und die Zukunft der Großen Koalition: Innenminister Horst Seehofer und Bundeskanzlerin Angela Merkel. 

► Der Asylstreit innerhalb der Union ist noch immer nicht beendet – trotz einer Krisensitzung am Mittwochabend zwischen Innenminister Horst Seehofer (CSU) und Kanzlerin Angela Merkel (CDU). 

► Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) kam es bei diesem Treffen zu keiner Einigung. 

► Die Kanzlerin machte laut der dpa einen Kompromissvorschlag an Seehofer. Sie will bilaterale Abkommen mit den am stärksten von Migration betroffenen EU-Ländern schließen, um zu ermöglichen, von dort weiter reisende Migranten abzuweisen.

Darum ist der Asylstreit zwischen Merkel und Seehofer so wichtig: 

Seehofer verlangt, dass Deutschland in Zukunft Migranten an der Grenze abweist, die aus einem anderen EU-Land einreisen wollen und dort bereits in Asylverfahren sind.

Merkel lehnt diese kategorische Lösung ab und ist darum bemüht, eine nicht nationale sondern europäische Antwort in der Flüchtlingsfrage zu finden. 

Längst geht es in dem Streit nicht mehr nur um die Asylpolitik, sondern auch um die politische Ausrichtung der Union – und sogar das Fortbestehen der Großen Koalition.

Denn viele CDU-Politiker stellen sich auf die Seite Seehofers und gegen Merkel. Finden die beiden keinen Kompromiss, könnte der Machtkampf eskalieren, bis hin zu einem Austritt der CSU aus der Regierungskoalition. 

Mehr zum Thema: Grenzen wären dicht: EU-Rechtler erklärt die Folgen von Seehofers Asyl-Plan

Was ihr noch über den Kompromissvorschlag Merkels wissen müsst: 

Der Kompromissvorschlag, mit dem Merkel so ein Schreckensszenario verhindern will, sieht Abkommen vor, die es Deutschland ermöglichen sollen, Migranten an der Grenze abzuweisen, wenn diese schon in anderen EU-Ländern Asylverfahren durchlaufen haben. 

Die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte dazu im “heute-journal”, es gehe der Kanzlerin darum, die Migrationsbewegung besser zu kontrollieren als bisher. 

► Merkel wolle im Grunde das gleiche Ziel wie Seehofer erreichen – jedoch in einer Art, die Europa zusammenhalte.