POLITIK
14/07/2018 10:27 CEST | Aktualisiert 14/07/2018 10:41 CEST

Auch bekannte CSU-Mitglieder distanzieren sich von Seehofers Politik

Sein Agieren würde viele verwundern.

  • Namhafte CSU-Mitglieder kritisieren Horst Seehofer, inzwischen öffentlich. 
  • Seehofers Vorgänger Huber nennt sein Handeln “befremdlich”.
  • Die gesamte Geschichte seht ihr im Video oben. 

Nachdem Horst Seehofer bereits von der Opposition und der SPD einiges an Kritik für seine Asylpolitik einstecken musste, distanzieren sich nun auch CSU-Politiker von seiner Vorgehensweise.

Gegenüber dem “Spiegel” sagte Seehofers Vorgänger Erwin Huber: “Sein Agieren verwundert und befremdet mittlerweile viele. Im Landtag ist bei der CSU die anfänglich volle inhaltliche Zustimmung zu Seehofers Asylpolitik einem Ratespiel gewichen.“ Viele hätten ihn gefragt, ob der Bundesinnenminister die anstehende Landtagswahl im Oktober und damit Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder belasten wolle.

Union der Mitte gewinnt Unterstützer 

Dem “Spiegel”-Bericht zufolge sorgt der wachsende Widerstand auch dafür, dass die “Union der Mitte” an Zulauf gewinnt. Diese von liberalkonservativen CSU-Mitgliedern gegründete Initiative habe zuletzt über 1200 Unterstützer gezählt.

“Union der Mitte”-Gründer Stephan Bloch sagt dem “Spiegel”: “Flüchtlinge sind keine Sündenböcke für Entwicklungen, die in unserer Gesellschaft schief laufen.“ Er fordere auch eine sofortige Entschuldigung für Seehofers Flüchtlings-Aussage.

Seehofer hatte sich bei der Vorstellung seines “Masterplan Migration” über die Abschiebung einiger Flüchtlinge gefreut: “Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 - das war von mir nicht so bestellt - Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden. Das liegt weit über dem, was bisher üblich war.“ Die Diskussion über diese Äußerung wurde anschließend noch verschärft, als bekannt wurde, dass sich einer der abgeschobenen Männer erhängt hatte.

Kritik von Partei-Größen

Der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel warnte schon vor Wochen vor “törichten” Schritten der CSU, ähnlich CSU-Vordenker Alois Glück. Sie stellten noch auf die Politik der CSU insgesamt ab, ohne Seehofer namentlich zu nennen.

Die “Süddeutsche Zeitung” berichtete am Freitag, in München setze sich niemand mehr für Seehofer ein.

CSU-Politiker auf lokaler und regionaler Ebene hatte sich teils offen gegen Seehofer gestellt. 

(sk)