LIFE
23/10/2018 12:04 CEST | Aktualisiert 23/10/2018 14:29 CEST

6-Jähriger stirbt fast, weil Ärzte drei Fehldiagnosen stellen

Die Ärzte sagten, der Junge habe nur Verstopfungen.

  • Ein sechsjähriger Junge ist fast gestorben, weil Ärzte innerhalb von wenigen Tagen drei Mal eine Fehldiagnose stellten. 
  • Sie hielten die Blinddarm-Infektion des Kindes für Verstopfungen – dadurch entstand eine gefährliche Infektion im Körper des Jungen. 
  • Oben im Video sprechen Opfer eines anderen Ärzte-Fehlers: 18-Jährige stirbt – weil die Mediziner ebenfalls Fehldiagnosen stellten.

Aufgrund von fatalen Fehldiagnosen der Ärzte wäre der sechs Jahre alte Kayne Oughton aus England fast gestorben. Innerhalb von sieben Tagen stellten verschiedene Mediziner aus unterschiedlichen Krankenhäusern falsche Diagnosen.

Die Ärzte gingen davon aus, dass es sich bei den Bauchschmerzen des Kindes um Verstopfungen handelte. Dabei litt Oughton an einem Blinddarm-Riss, der sich zu einer gefährlichen Infektion entwickelte.

Das berichtete die britische Zeitung “Sun”. 

Wie die Mutter des Jungen, Carly Oughton, der Zeitung sagte, habe ihr Kind nichts mehr gegessen oder getrunken. Mit jeder Stunde soll es dem Sechsjährigen schlechter und schlechter gegangen sein. Sie sagte:

“Die Ärzte tasteten den Bauch ab und waren sich sicher, dass Kayne Verstopfungen hatte. Und das, obwohl ich den Ärzten erklärte, dass es ihm immer schlechter ging.”

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Ärzte halten Blinddarm-Riss für Verstopfung

An diesem Tag hatten Ärzte in zwei unterschiedlichen Krankenhäusern diese Fehldiagnose gestellt. Nach den Untersuchungen wurde die Mutter mit ihrem kranken Kind wieder nach Hause geschickt. 

Sechs Tage später soll es Jungen immer noch nicht besser gegangen sein. Ganz im Gegenteil: Kayne Oughton hatte Fieber, dunkle Augenringe und war sehr blass. “Er sah aus, als würde er gleich sterben”, sagte die Mutter. 

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Wieder fuhr sie mit ihrem Kind ins Krankenhaus. Diesmal behielten ihn die Ärzte über Nacht. Doch am nächsten Morgen entließen sie den Jungen wieder. Carly Oughton sagte: 

“Als wir entlassen wurden, weinte Kanye vor Schmerzen. Die Ärzte hatten aber nicht herausgefunden, warum.”

Innerhalb von sieben Tagen stellen Ärzte drei Fehldiagnosen

Und zum dritten Mal stellten die Mediziner eine falsche Diagnose.

Verzweifelt, ihrem Sohn zu helfen, brachte die Britin den Sechsjährigen zu der Arzthelferin einer örtlichen Allgemeinarztpraxis. Erst als diese die Mutter und ihren Sohn mit einer Notiz in die Notaufnahme schickte, führten die Ärzte im Krankenhaus einen Bluttest durch.

► Wie sich herausstellte, hatte Kayne eine extrem hohe Anzahl weißer Blutkörperchen im Körper – ein Indiz für eine Infektion.

► Schließlich fanden die Ärzte dann doch noch die wahre Ursache für Kaynes Bauchschmerzen: Ein gerissener Blinddarm. Der Junge wurde anschließend notoperiert. Die Mutter sagte der Zeitung:

“Der Chirurg teilte uns mit, dass Kayne viel Glück gehabt hätte. Wäre er zu einem späteren Zeitpunkt gekommen, hätte er an seiner Infektion sterben können.”

Anwälte ermitteln gegen fahrlässiges Handeln der Ärzte

Carly Oughton hat jetzt Anwälte engagiert, die prüfen sollen, ob die Ärzte fahrlässig gehandelt haben. Bryony Doyle, einer der Anwälte, könne diesen Vorfall gar nicht richtig glauben. Er sagte: 

“Ich bin besorgt über die Betreuung von Kayne und die Tatsache, dass er drei Mal ohne Verdacht auf eine Blinddarmentzündung aus dem Krankenhaus geschickt wurde und sich dadurch eine tödlich endende Infektion entwickeln konnte.”

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(nmi)