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05/04/2018 09:54 CEST | Aktualisiert 05/04/2018 15:18 CEST

Görlitz: Arzt wird bei Noteinsatz geblitzt – nun hat er Ärger

Das Ordnungsamt sagt: Niemand war in Lebensgefahr.

  • Vratislav Prejzek ist Arzt und wurde auf dem Weg zu einem Notfall geblitzt
  • Nun könnte es passieren, dass er seine Praxis schließen muss
  • Im Video oben: Das ist der fieseste Blitzer Deutschlands

Vratislav Prejzek ist Internist und betreibt seit 2015 eine Praxis im sächsischen Görlitz. Wie die “Bild” berichtet, musste der 34-Jährige am 6. Januar 2018 zu einem Notfalleinsatz. 

Der diensthabende Notarzt war noch in einen anderen Vorfall verwickelt, deshalb sprang Prejzek ein. Der “Bild”-Zeitung sagt er, es habe sich um eine lebensbedrohliche Situation gehandelt. 

Auf seinem Weg dorthin war er also notgedrungen schneller unterwegs als erlaubt. In der Girbigsdorfer Straße wurde er dann in der 30er-Zone mit einer Geschwindigkeit von 84 Kilometer in der Stunde geblitzt.

Zwei Monate Fahrverbot

Als das Knöllchen eintraf, dann die böse Überraschung: Zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei, 308 Euro Strafe und zwei Monate Fahrverbot.

Prejzek berichtet, dass er sich sofort an den ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes gewandt habe, der ihm den Notfalleinsatz bestätigte. 

Trotzdem zeigt sich das Görlitzer Ordnungsamt nicht kooperativ: Die zuständige Abteilung behauptet, bei dem Einsatz habe sich niemand in Lebensgefahr befunden. 

Praxis steht vor der Schließung

Auch wenn das Bußgeld und die Punkte ärgerlich sind, ist es das Fahrverbot, das dem Mediziner wirklich zusetzt. Dies schränke seinen Berufsalltag so massiv ein, dass sogar die Zukunft seiner Praxis in Gefahr sei.

Prejzek wohnt 62 Kilometer von seiner Praxis entfernt und muss nun sowohl Hausbesuche als auch Bereitschaftsdienst einstellen. Dazu meint er: Dann wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als meine Praxis zu schließen.”

Laut MDR scheint das Ordnungsamt nun aber zumindest zu einem Gespräch bereit zu sein. 

(jds)