POLITIK
10/08/2018 10:11 CEST

Armutsrisiko in Deutschland auf Rekordhoch – betroffen sind vor allem Migranten

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dpa

Deutschland ist wieder ein geteiltes Land. Zumindest, wenn man auf die Daten des aktuellen Mikrozensus 2017 schaut, über die der “Spiegel” in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. 

Die Armutsquote lag im Jahr 2017 mit 15,8 Prozent 0,1 Prozentpunkte höher als im Jahr zuvor – ein Höchststand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1996, wie das zuständige Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) mitteilte.

► Dabei stieg die Armutsquote einzig in der Gruppe der Einwanderer. Von Menschen allerdings, die in Deutschland geboren waren (ob mit oder ohne Migrationshintergrund) sank das Armutsrisiko. 

So war 2017 knapp jeder dritte Eingewanderte von Armut betroffen, allerdings nur jeder Vierte in Deutschland geborene mit Migrationshintergrund und nur knapp 12 Prozent der Menschen ohne Migrationshintergrund.

Darum ist die Nachricht wichtig:

Der Anstieg der Armutsquote bildet laut “Spiegel” aller Wahrscheinlichkeit den starken Zuzug von Geflüchteten der vergangenen Jahre wider. In den kommenden Jahren dürfte, so schreibt das Magazin, deswegen auch die Armutsquote unter Eingewanderten wieder sinken. 

Die WSI-Forscher kämen zu dem Schluss, es bleibe “weiterhin die zentrale Herausforderung, die neu zugewanderten Migrant/innen sprachlich und beruflich zu qualifizieren und schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren”.

Was ihr sonst noch wissen müsst:

Als armutsgefährdet gilt, wer über 60 Prozent oder weniger des mittleren Einkommens verfügt. Im Jahr 2016 lag diese Schwelle bei 969 Euro netto. 

Besonders betroffene Personengruppen waren laut Mikrozensus im Jahr 2017 Alleinerziehende und Menschen ohne Schulabschluss