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29/12/2018 13:44 CET

Galt als geizig und vereinsamt: Nach dem Tod wird US-Beamter zum Helden

Kaputte Schuhe flickte er mit Klebeband.

  • Ein Sozialarbeiter aus Seattle hat Kinderhilfsorganisationen knapp zehn Millionen Euro vermacht.
  • Sein Freundeskreis hatte keine Ahnung von dem Reichtum ihres zu Lebzeiten so sparsamen Freundes.

Alan Naiman war für seine Sparsamkeit bekannt.

Kaputte Schuhe flickte er mit Klebeband, Lebensmittel kaufte er nur im Angebot und wenn er Freunde zum Essen einlud, führte er sie in Fast-Food-Restaurants aus. Der Sozialarbeiter starb in diesem Jahr im Alter von 63 Jahren an Krebs.

Nach seinem Tod versetzte er seine Freunde aber nochmal in Staunen.

Denn der sparsame Naiman hatte ein Vermögen von umgerechnet zehn Millionen Euro angehäuft. Und einen Großteil spendete er mit seinem Ableben an Kinderhilfsorganisationen.

Über den bemerkenswerten Fall berichten US-Medien wie die “USA Today”.

“Als Kind mit einem älteren, behinderten Bruder aufzuwachsen, hat ihn tief geprägt”

Aber wie kam ein Sozialarbeiter an ein solches Vermögen?

Wie die “Washington Post” berichtet, arbeitete Naiman in zu bis zu drei Jobs gleichzeitig. Zudem investierte er das gesparte Geld – mit offensichtlichem Erfolg.

Dass er vor seiner Zeit als Sozialarbeiter in einer Bank arbeitete, schien ihm dabei zugute zu kommen. “Ein paar weitere Millionen erbte er von seinen Eltern”, sagte seine Freundin Shashi Karan gegenüber der “Washington Post”.

Naiman der selber keine Familie hatte, wuchs mit seinem geistig zurückgebliebenen älteren Bruder auf. Er hat seinen Bruder sehr geliebt, erzählen seine Freunde.

In dieser Zeit habe er erkannt, wie schlecht es manchen Kindern gehe und wie dringend sie Hilfe brauchen“Als Kind mit einem älteren, behinderten Bruder aufzuwachsen, hat ihn tief geprägt”, sagte seine enge Freundin Susan Madsen.

“Wir hätten uns nie träumen lassen, dass uns so etwas widerfährt“

Viele der Organisationen, die von Naimans Spenden erhielten, gaben an, ihn nicht zu kennen.

“Wir hätten uns nie träumen lassen, dass uns so etwas widerfährt. Ich hätte ihm gerne die Babys gezeigt, die er beschützt“, wird Barbara Drennen von einer privaten Organisation für Waisenkinder im Staat Washington zitiert.

Ihrer Organisation hat Naiman knapp 2,2 Millionen Euro hinterlassen.

(lp)