POLITIK
06/12/2018 08:01 CET

ARD-"Monitor" will Klimaschutz-Gegner interviewen – der wird handgreiflich

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►  Bei einer Konferenz des klimawandelskeptischen Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE) in München ist es zu Handgreiflichkeiten gegen Journalisten gekommen.

►  Das zeigt ein kurzes Video, dass die Redaktion der ARD-Sendung “Monitor” am Mittwochabend bei Twitter teilte. Am Donnerstagabend wird die komplette Sendung ausgestrahlt.

►  Auf der Aufnahme ist zu sehen, wie der Präsident von EIKE, Holger Thuß, einem Reporter von “Monitor”, Achim Pollmeier, Gewalt androht und ihn mit den Worten “Ich bin in der DDR aufgewachsen” wegschubst. “Sie sind kein Journalist, Sie sind Agitator”, wirft Thuß dem ARD-Mann vor.

Das steckt hinter EIKE:

EIKE ist ein 2007 gegründeter Verein, der bezweifelt, dass es den menschengemachten Klimawandel gibt. Die Organisation stellt sich damit gegen den wissenschaftlichen Konsens in der Debatte um die Erderwärmung.

EIKE unterhält zudem Kontakt in die neurechte Szene. Thuß publiziert so zum Beispiel im rechten Magazin “eigentümlich frei”, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Michael Limburg, ist Mitglied der AfD, die ebenfalls “klimaskeptische” Positionen vertritt.

So stellt das Institut den Vorfall dar:

Der angegriffene Pollmeier schrieb bei Twitter: “Wenn man versucht, mit selbsternannten Klimawandelskeptikern von EIKE ins Gespräch zu kommen ...”

Auf seiner Webseite hat der Verein eine Gegendarstellung zur Konfrontation mit dem “Monitor”-Team veröffentlicht. Dem Team sei bereits im Vorfeld Hausverbot erteilt worden, die Journalisten seien “widerrechtlich” in den Vorraum des Tagungsorts eingedrungen.

“Erst mit Hilfe des Hotelmanagers konnten die ungebetenen Gäste hinausgedrängt werden. Dabei lief deren Kamera die ganze Zeit mit”, heißt es auf der EIKE-Webseite. Man habe Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet.

(vw)