POLITIK
13/06/2018 22:53 CEST | Aktualisiert 14/06/2018 10:04 CEST

ARD-Journalist Hajo Seppelt reist nicht zur WM nach Russland

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JENS WOLF via Getty Images
Sportjournalist Hajo Seppelt gilt nach Recherchen über Russlands Doping-System dort als Staatsfeind.

► Der ARD-Sportjournalist Hajo Seppelt wird nicht zur Fußballweltmeisterschaft nach Russland reisen. Das berichtet die “Tagesschau” am Mittwochabend. 

► Diese Entscheidung habe die ARD nach einem Gespräch mit Außenminister Heiko Maas (SPD) getroffen. Demnach habe das Auswärtige Amt dem Journalisten nach Analysen der Bundessicherheitsbehörden von einer Reise nach Russland abgeraten. 

► Seppelt hatte mit Recherchen das umfassende System des Staatsdoping in Russland aufgedeckt. Er laufe Gefahr, im Gastgeberland der WM festgesetzt zu werden, befürchten die Sicherheitsbehörden. Außerdem seien “spontane Gewalttaten selbstmotivierter Akteure” nicht auszuschließen.

Das ist der Hintergrund von Seppelts Konflikt mit Russland: 

Die Recherchen Seppelts führten dazu, dass zahlreiche russische Sportler von den Olympischen Spielen 2016 in Rio und 2018 Pyeongchang ausgeschlossen worden waren oder nur unter neutraler Fahne teilnehmen durften.

Seppelt gilt seither in Russland als Staatsfeind und ist immer wieder Bedrohungen ausgesetzt. Derzeit ermittelt Russland gegen den Doping-Kronzeugen Grigori Rodschenkow.

Die deutschen Behörden befürchten, dass Seppelt in Russland im Zuge der Ermittlungen festgesetzt werden könnte. Sie sprechen laut ARD von einem “unberechenbares Risiko” und einer “rechtlichen Eskalation” durch die Behörden in Russland.

(mkl)