LIFESTYLE
05/04/2018 12:55 CEST

Wegen dieser Arbeit im Haushalt streiten sich Paare am meisten

Auch der Sex soll schlechter sein, wenn sich Partner die Tätigkeit nicht teilen.

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  • Eine neue Studie zeigt, dass Geschirrspülen die unbeliebteste Tätigkeit im Haushalt ist – und oft zu Streit zwischen Partnern führt
  • Wer hingegen das Geschirrspülen im Team erledigt, kann seine Beziehung festigen

Dass sich “Das bisschen Haushalt” nicht von alleine macht, wie die Schlagersängerin Johanna von Koczian in den 70er Jahren sang, ist bisher hinreichend bekannt. Nein, der Haushalt ist sogar verdammt viel Arbeit. Erst recht, wenn nicht nur eine Person die Wohnung verdreckt, sondern gleich zwei. Oder im schlimmsten Fall auch noch mehrere.

Kein Wunder, dass der Haushalt zu den Top-Streit Gründen unter Paaren gehört. Und dabei gibt es eine Tätigkeit, die am häufigsten zu Streit in einer Beziehung führt. Und sich sogar so negativ auswirken kann, dass eine Partnerschaft an ihr und dem durch sie ausgelösten Streit zerbricht: das Geschirrspülen. 

Das hat eine noch nicht veröffentlichte Studie der US-NGO Council of Contemporary Families (CCF) herausgefunden, über die das US-Magazin “The Atlantic” vorab berichtet. 

Schlechter Sex durch zu viel schmutziges Geschirr

Die Organisation untersuchte für die Studie verschiedene Haushaltstätigkeiten – darunter Einkaufen, Wäschewaschen und Putzen. Das Ergebnis: Für Frauen in heterosexuellen Beziehungen ist es wichtiger, sich mit dem Partner die Verantwortung für das dreckige Geschirr zu teilen, als für jede andere Tätigkeit im Haushalt. 

Die Frauen wiederum, die den größten Berg an dreckigem Geschirr regelmäßig alleine waschen müssen, berichten weit mehr von Schwierigkeiten und Konflikten in der Beziehung. Außerdem sind sie weniger zufrieden in der Beziehung und beklagen sich über schlechteren Sex als Frauen, deren Partner beim Geschirrspülen helfen. 

Der Schluss der Forscher: Frauen freuen sich mehr darüber, sich die Verantwortung für das schmutzige Geschirr mit ihrem Partner zu teilen als über das Aufteilen jeder anderen Arbeit im Haushalt. 

Aber woran liegt das? Wieso ausgerechnet das schmutzige Geschirr, das in Zeiten des Geschirrspülers in durchaus vielen Haushalten zu einem großen Teil von Maschinen übernommen wird?

Typische Frauenarbeiten werden mit Dreck assoziiert

“Geschirrspülen ist eklig”, sagt Dan Carlson von der University of Utah, Hauptverantwortlicher der aktuellen Studie, dem “Atlantic”. “Da ist altes, schimmeliges Essen in der deiner Spüle. Wenn du Kinder hast, dann ist da geronnene Milch in Trinkflaschen, die widerlich riecht.” 

Außerdem sei Geschirrspülen keine Arbeit, für die man ein Kompliment bekomme – im Gegensatz zu Kochen oder der Gartenarbeit.

Außerdem sind bei Frauen in erster Linie die Tätigkeiten im Haushalt unbeliebt, die mit Frauen in Verbindung gebracht werden, sagt Carlson. Frauen wurden immer damit assoziiert, dass sie “hinter dem Mann” herräumen. Also: Wäschewaschen, Klo putzen, Geschirr spülen.

Die typischen Tätigkeiten des Mannes im Haushalt kommen da schon etwas heldenhafterer daher: Rasen mähen, den Müll raus bringen, das Loch in die Wand bohren.

Bei diesen Tätigkeiten, so Carlson, komme man nicht besonders nah in Berührung mit dem Dreck eines anderen Menschen. Und diese Arbeiten seien eben besonders unbeliebt. 

Außerdem fördere es die Unzufriedenheit, wenn Frauen sehen, dass immer mehr Paare sich diese Aufgabe teilen – nur sie die ungeliebte Tätigkeit noch alleine machen stemmen müssen. 

Paare, die sich diese Aufgabe teilen, scheinen laut Carlson die besseren Beziehungen zu führen. Denn: Sie spülen das schmutzige, eklige Geschirr als Team. Einer spült, einer trocknet ab.

Dabei stehen beide zusammen in der Küche und arbeiten gemeinsam an einer Aufgabe. Das steigere die Verbindung zweier Menschen und führe zu einer glücklicheren Beziehung

Und das sollte ja im Sinne jeder Frau und jedes Mannes sein.

(tb)