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08/02/2018 12:16 CET | Aktualisiert 08/02/2018 12:16 CET

Apple HomePod - ein doch nicht so smarter Lautsprecher

Vor Kurzem, 4 Monate nach der Vortsellung des Google Home Max, hat Apple sein Konkurrenzprodukt vorgestellt: den HomePod. Hiermit probiert Apple mit seinem Sprachassistenzen Siri eine attraktive Alternative zu Alexa oder Google Home auf den Markt zu bringen. Kaufargument soll jedoch nicht die besondere künstiliche Intelligenz des Gerätes sein, eher fokussiert sich Apple beim seinem Smartspeaker auf ausgezeichnete Soundqualität.

Trotzdem sieht der HomePod, wie bei Apple zu erwarten, großartig aus. Neben erstaunicher Qualität und eine hohen Wertigkeitsgefühl sieht er, ganz nach der Unternehmensphilisophie, simpel und doch unglaublich schön aus. Erhältlich ist er in schwarz und weiß. Und auch diese Farben sind apple-klassisch so gewählt, dass sie in jedem Raum und an jedem Platz gut aussehen werden - gut gemacht Apple!

https://www.apple.com/homepod/

Apple imponiert mit verbauter Technik

In dem erstaunlich schweren Lautsprecher legt Apple mit fortschrittlicher und durchdachter Technik vor. Angetrieben von einem A8 Prozessor erzeugt der HomePod mit 7 einzelnen Lautsprechern rund um die untere Seite des Smartspeakers in Kombinaton mit einem nach oben gerichteten Niedrigfrequenzlautsprecher unter dem Touchpad des HomePods einen großartigen und zumindest momentan durch kein anderes Gerät in der gegebenen Preisklasse zu toppenden Klang. Dies liegt sicherlich auch an der Anpassung des Smartspeakers an den Raum selbst. Wie der Google Home Max erkennt der HomePod seine Position im Raum und passt seinen Klang dementsprechend in wenigen Minuten an. Zumindest das ist smart, jedoch eben die selbe Leistung, die Google bereits vor 4 Monaten erbracht hat.

Die Fähigkeit der Kommunikation mit dem Käufer erlangt Apples neue Innovation durch 6 Mikrofone, welche mittig rund um das Gerät platziert sind. Außerdem befindet sich ein siebtes Mikrofon in der Mitte des HomePods um den Bass in Echtzeit anpassen zu können. Und auch die Mikrofone machen einen hervorragenden Job. Die Anpassung des Basses ist merklich und der HomePod nimmt Sprachbefehle auch bei lauter Musik oder am anderen Ende des Raumes wahr.

https://www.apple.com/homepod/

Wie bereits erwähnt, ist ein Touchpad auf der oberen Seite von Apples neuen Smartspeaker ein weiterer wichtiger Bestandteil. Bei einer Sprachsteuerung wird hierbei ähnlich wie beim Google Home eine siriähnliche Animation angezeigt. Außerdem kann man die Musik lauter oder leiser stellen. Und das ist alles? Leider ja, trotz einer großartigen Idee hakt die Umsetzung einer wirklich smarten Steuerung per Touchpad gewaltig. Mit einer grundsätzlich besseren Idee als Amazon oder Google hat Apple in diesem Bereich sogar weniger Möglichkeiten zur Steuerung entwickelt als seine Konkurrenten.

https://www.apple.com/homepod/

Und wie smart ist er jetzt?

Dass der Apple HomePod eine ausgezeichnete Tonqualität und Verarbeitung sowie Design hat, steht also außer Frage. Das Versprechen, dass Musik auf dem HomePod konkurrentlos zu anderen Smartspeakern ist, stimmt also. Aber gute Lautsprecher in einem mittelpreisigen Segment gibt es viele, wie smart ist der HomePod wirklich?

Die Antwort ist simpel: Leider nicht so richtig smart. Kleinere Aufgaben wie das Lesen von Nachichten oder das Spielen eines Songt kriegt Apples Smartspeaker gut und mit einer beeindruckend natürlichen Stimme hin. Jedoch kommt der HomePod bereits bei kleinen Challenges wie dem Stellen von 2 Timern an seine Grenzen. Das ist weniger als nur unzufriedenstellend und nicht zu vergleichen mit den Produkten von Amazon oder Google. Zu hoffen ist nur, dass eben diese Grezen durch folgende Softwareupdates grundliegend verbessert werden.

Ein weiteres großes Problem ist die ausschließliche Nutzung des Apple Ecosystems. Jegeliche Einbindung von Drittanbietern wurde, auch ganz nach der Unternehmensphilosophie, ausgeschlossen. So Benötigt man zur generellen Benutzung des Gerätes zwingend ein iPhone, Übertragung von Fernsehinhalten auf den Pod geht nur mit Airplay und Musikstreaming geht nur über Apple Music. Was sich Apple bei der Ausschließung der größten Musikplattform, Spotify, für ihren auf Musik fokussierten Lautsprecher gedacht hat wird man wohl leider nur schwer erraten können.

Aber neben einfach unklugen und einschränkenden und vermutlich fatalen Entscheidungen bezüglich Drittanbietern hat das Apple Ecosystem schlichtweg seine Grenzen und wurde noch nicht ausreichend für den HomePod erweitert. Das beste Beispiel hierfür ist das eben genannte Streamen von TV-Inhalten. Es ist zwar möglich Inhalte von dem TV auf den HomePod als Lautsprecher via AirDrop zu streamen, jedoch ist eine Steuerung des Fernsehrs nicht möglich. Grund dafür ist das Fehlen von Streaming-Sticks wie dem FireTV Sick oder einem Chromecast. Und, da man mit AirDrop 1 nur einen Lautsprecher nutzen kann, ist selbst die einfache Verbindung von Fernseher und HomePod teilweise bugy.

Etwas darüber hinwegtrösten tut jedoch die funktionierende Steuerung von Smarthome-Geräten über das Apple HomeKit. Die verpflichtende Nutzung von Apples Smarthome-Umgebung ist zwar unpraktisch, trotzdem funktioneirt alles zuverlässig und ist bequem - zumindest hier ist ein geschlossenes System wenigstens teilweise nützlich.

Fazit: zu spät und zu wenig fortschrittlich

Abschließend muss man also sagen, dass Apples neuer intelligenter Speaker nicht überzeugt. Zwar punktet er mit ernormer Qualität in der Verarbeitung und einem wirklich sehr guten Klang, trotzdem reicht eben dies für einen Smartspeaker nicht annehrend aus. Die Limitierungen durch das Ecosystem von Apple und die fehlenden Möglichkeiten in der intelligenten Sprachsteuerung machen aus dem neune HomePod kein wirkliches Konkurrenzprodukt der momentanen wirklich intelligenten Lautsprecher von Amazon und Google auf dem Markt.

Wer den Apple HomePod trotzdem kaufen will, kann ihn bereits jetzt für 349$ vorbestellen. Ab dem 02. Spetember wird er dann in den USA geliefert werden. Ein Vorbestellungs- oder Lieferdatum für Deutschland ist noch nicht bekannt.