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29/05/2018 16:28 CEST | Aktualisiert 01/06/2018 10:19 CEST

Nuklear-Katastrophe überleben: Das müsst ihr bei einer Apokalypse tun

Und Experten sind sich sicher: Ein Atomkrieg ist nur einen Wutanfall entfernt.

  • Ein Atomkrieg – egal wo auf der Welt – wäre für die ganze Menschheit verheerend.
  • Ein Dokument der US-Umweltbehörde gibt nun Tipps, was im Falle einer Nuklearkatastrophe zu tun sei.
  • Im Video erfahrt ihr, warum laut UN-Botschaftern ein Atomkrieg “jederzeit ausbrechen kann”

“Die Lage ist ernst”, sagte die Direktorin der internationale Kampagne zur Abrüstung von Atomwaffen (ICAN), Beatrice Fihn, im Dezember 2017. 

Vor allem über die Entwicklungen im Nordkorea-Konflikt – und die Unberechenbarkeit der Staatschefs Kim Jong-un und Donald Trump – zeigte sich Fihn besorgt. 

Ein Atomkrieg sei nur einen Wutanfall entfernt.

Was aber können wir tun, wenn das Worst-case-Szenario eintritt? Die US-Umweltbehörde EPA hat nun ein paar Richtlinien veröffentlicht, wie man sich im Fall einer Nuklearkatastrophe verhalten soll. 

“Wir sehen es als unsere Pflicht, die Öffentlichkeit auf den Ernstfall vorzubereiten und die Menschen darüber zu informieren, wie sie sich und ihre Familie am besten schützen können”, heißt es in dem fast 50-seitigen Dokument. 

Die wichtigsten hat die britische Zeitung “The Independent” zusammengefasst: 

1. Verseuchte Lebensmittel meiden

Besonders für Menschen in betroffenen oder umliegenden Gebieten sei es wichtig, sich der radioaktiven Strahlung nicht noch mehr auszusetzen. 

► Deshalb rät die EPA davon ab, Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten zu essen.

► Auch Nutztiere sollten davor bewahrt werden, da ihr Fleisch durch radioaktive Nahrung verseucht werden könnte. 

Entsprechend sei auch damit zu rechnen, dass einige Lebensmittel vom Markt genommen werden müssten, beziehungsweise aus der Versorgungskette.

► Ebenso wichtig sei es, verseuchtes Wasser zu meiden. 

“Die örtlichen Behörden verteilen Wasserflaschen und kümmern sich darum, dass alternative Wasserquellen angezapft werden, wie zum Beispiel Grundwasser.”

2. Nicht Atmen

Durch die Detonation einer Atombombe wird die Luft automatisch zu Gift.

► Die EPA empfiehlt deshalb: “Gehen Sie nicht nach draußen. Bleiben Sie zuhause und halten Sie alle Fenster und Türen geschlossen.”

► Zudem solle man Belüftungsanlagen und Ventilatoren abschalten. Das gilt auch für andere geschlossene Räume wie Autos oder Züge. 

► Sollte man doch vor die Türe treten müssen, rät die EPA, wenn möglich eine Atemmaske zu benutzen. Falls das nicht möglich ist: unbedingt Mund und Nase bedecken!

“Fassen Sie am besten nichts an, vor allem keine Trümmerteile”, mahnt die EPA. 

Die örtlichen Behörden könnten Auskunft darüber geben, ob die Luftqualität unbedenklich sei.

3. Dekontaminieren

Wer trotzdem mit radioaktivem Material in Berührung kommt, muss sich so schnell wie möglich entgiften. 

► “Ziehen Sie sich aus, waschen Sie sich gründlich ab”, rät die Umweltbehörde. Am besten mit viel Seife, denn bei einer nuklearen Explosion geraten oft kleine Teile in die Luft, die sich in Haaren und auf der Haut festsetzen.

► Es sei deshalb absolut dringlich, diejenigen Hautstellen, die mit radioaktiven Stoffen in Kontakt gekommen sind, abzureiben. 

Wenn gerade keine Dusche in der Nähe ist, soll man einen feuchten Lappen benutzen.

► Und man soll Nase, Augen und Ohren säubern. Denn über die Schleimhäute kann sich der ganze Kreislauf mit radioaktiven Stoffen infizieren, heißt es in dem apokalyptischen Werk. 

► Wer Haustiere hat, solle auch diese mit Wasser abwaschen. Idealerweise sollte der Mensch dabei Handschuhe tragen und seinen Mund und seine Nase bedeckt halten, um keine Schadstoffe einzuatmen. 

Kann ICAN den Atomkrieg verhindern?

Vielleicht kommt es aber ja auch gar nicht so weit.

Jedenfalls nicht, wenn es nach dem Willen der internationalen Kampagne zur Abrüstung von Atomwaffen geht. Das von ihr vorgeschlagene Abkommen verbietet Entwicklung, Erwerb, Stationierung und Einsatz von Atomwaffen sowie die Drohung damit.

Mehr zum ThemaAngst vor einem Atomkrieg? Diese Karte zeigt euch, ob ihr betroffen wäret

2017 wurde die ICAN für die Arbeit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die Hiroshima-Überlebende Setsuko Thurlow appellierte bei der Verleihung an Länder auf der ganzen Welt, damit diese das internationale Abkommen zum Atomwaffenverbot unterzeichnen.

(jds)