LIFESTYLE
05/04/2018 18:18 CEST

7 Anzeichen, dass eure Beziehung für den nächsten Schritt nicht bereit ist

Wenn ihr es überstürzt, kann das für die Beziehung sehr schädlich sein.

Pekic via Getty Images
Mit der Liebe sollte man es nicht überstürzen. Man sollte sie so gut es geht auskosten.
  • Viele Menschen gehen schon kurz nach einem Beziehungsende eine neue Beziehung sein
  • Dabei kann es sein, dass ihr es überstürzt – Experten verraten, wann ihr es lieber langsamer angehen lassen solltet

Viele unter uns stürzen sich voreilig in die Partnersuche. Auch dann, wenn die vorausgegangene Beziehung noch nicht lang her ist. Und das wirkt sich dann oft negativ auf die neuen Beziehung aus.

Denn: Mit der Liebe sollte man es nicht überstürzen. Man sollte sie so gut es geht auskosten.

Aber wie könnt ihr feststellen, ob man sich mit einer neuen Beziehung vielleicht ein wenig mehr Zeit lassen sollte? Wir haben mit sieben Therapeuten über diese Frage gesprochen.

Falls ihre Antworten auf dich zutreffen, solltest du es vielleicht ein wenig langsamer angehen mit deiner neuen Liebe und zulassen, dass die Dinge sich von alleine entwickeln.

1. Von deiner letzten Trennung hast du dich noch nicht wirklich erholt

Fangen wir mit dem ganz Offensichtlichen an: Wenn deine letzte Beziehung gerade erst in die Brüche gegangen ist und du dich nur aus Einsamkeit nach einem neuen Partner sehnst, dann ist das kein guter Ausgangspunkt für die Partnersuche, sagt Ryan Howes, Psychologe aus Pasadena in Kalifornien und Mitbegründer des Mental Health Boot Camp.

“Einsame Menschen neigen dazu, vorschnell wieder auf die Partnersuche zu gehen. Häufig sind die Leute dann so erleichtert darüber, nicht mehr allein zu sein, dass sie sich viel zu schnell auf eine neue feste Beziehung einlassen,“ erklärt Howes.

Aber die Angst vor dem Alleinsein macht auch häufig blind für gravierende Beziehungsprobleme. Später kann das dann wiederum zu großen Enttäuschungen führen.“

Wenn du gerade erst eine Trennung durchlebt hast, solltest du dich zunächst darauf konzentrieren, deine Selbstachtung wiederzufinden. “Am Alleinsein gibt es auch schöne Seiten, denn Alleinsein bedeutet nicht zwangsläufig auch Einsamkeit,“ sagt Howes.

Und wie lässt es sich nach all dem Alleinsein herausfinden, ob man wieder für eine neue Beziehung bereit ist? Howes sagt, dass das Verlangen nach einer Beziehung zwar niemals ganz verschwindet. Irgendwann verschwindet aber der Gedanke, dass das Leben ohne Partner keinen Sinn macht. Dann ist der Zeitpunkt für eine neue Liebesbeziehung gekommen.

2. Anstatt miteinander zu reden, schreibt ihr euch ständig SMS

Gehörst du zu der Sorte Mensch, die jede SMS des Partners überanalysiert (“Keine Emojis und ein Punkt am Satzende? Was soll das denn bitte heißen?“) oder das Handy dazu nutzt, den eigenen Partner zu überwachen? Dadurch könntest du deine Beziehung zerstören, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat, sagt Patrick Schultz, Psychotherapeut aus Milwaukee.

“Wenn Leute zu viel Wert darauf legen, dass ihr Partner ihnen auf Nachrichten direkt antwortet, ist das häufig ein Anzeichen für tiefergehende Beziehungsprobleme,“ sagt Schultz.

“Zudem ist es fast unmöglich, die Stimmlage oder Absichten des Partners aus einer SMS herauszulesen. Wenn das Schreibverhalten deines Partners dich traurig oder wütend macht, solltest du mit ihm darüber sprechen. Wenn sich nach dieser Unterhaltung nichts an seinem Verhalten ändert, dann solltet ihr euch überlegen, ob ihr eure Beziehung auch wirklich weiterführen wollt.“  

3. Du lässt dich von deinem Partner zu schnell verletzen

Vertrauen zu einem Partner lässt sich nur langsam aufbauen. Mit Sicherheit braucht es dazu auch mehr Zeit als nur drei oder vier Tinder-Dates. Man sollte also sicherstellen, dass eine Person auch wirklich vertrauenswürdig ist, bevor man ihr die eigenen Geheimnisse anvertraut, meint Tammer Malaty, Psychotherapeutin aus Houston.

Gegenseitiges Vertrauen fußt auf Taten, nicht auf Worten,“ sagt Malaty. “Liebesbeziehungen sind immer eine Achterbahn der Gefühle. Menschen neigen zudem dazu, sich gerade am Anfang ihrer Beziehungen vielen unnötigen Risiken auszusetzen.“

Malaty fügt hinzu: “Ich würde jedem dazu raten, dem neuen Partner gerade am Anfang der Beziehung nicht zu viel Vertrauen zu schenken. Wenn dein Partner dich auch längerfristig nicht enttäuscht, kannst du ihm dann auch schrittweise mehr anvertrauen. Vertrauen braucht Zeit.“

4. Du verbringst die Nächte immer häufiger in der Wohnung deines Partners

Gerade wenn du normalerweise streng monogam lebst, solltest du es nach Möglichkeit vermeiden, am Anfang einer Beziehung zu häufig bei deinem neuen Partner zu übernachten, sagt Erin K. Tierne, Psychotherapeutin aus Colorado.

“Man gewöhnt sich schnell daran, nach langer Einsamkeit wieder einmal jede Sekunde mit einem neuen Menschen verbringen zu wollen. Beide Partner müssen aber auch akzeptieren lernen, dass der andere ein eigenes Leben führt,“ sagt Tierno.

“Viele Menschen ziehen gleich zu Beginn einer neuen Beziehung zusammen und lassen sich gegenseitig kaum genug Freiräume. Dann kann es passieren, dass man ein paar Monate später auf einmal aufwacht und sich fragt: ’Wer zur Hölle ist eigentlich dieser Mensch neben mir, und wer bin ich eigentlich noch?’.”

5. Ihr habt “Ich liebe dich“ gesagt und plant bereits eure gemeinsame Zukunft

Nichts ist schöner als der intensive Gefühlsrausch, der mit den ersten Tagen einer neuen Beziehung einhergeht. Diese Gefühle sollten allerdings nicht mit tatsächlicher Liebe verwechselt werden, sagt Moshe Ratson, Ehe- und Familientherapeut aus New York.

“Häufig verwechseln die Leute die Liebe mit dem Verliebtsein,“ sagt Ratson. “Das Verliebtsein ist, mit allem was dazugehört – dem Verknalltsein, dem Verlangen nach dem Körper des anderen – gerade zu Beginn einer neuen Beziehung sehr schön. In Langzeitbeziehungen wird es dann allerdings wichtiger, den Partner auch tatsächlich zu lieben und sich gegenseitig gut kennenzulernen.“   

6. Du ignorierst eure Meinungsverschiedenheiten

Die meisten von uns betrachten den neuen Partner grundsätzlich durch eine rosarote Brille. “Es ist zwar in Ordnung, die seltsamen Gewohnheiten eines neuen Partners als niedlich oder charmant abzustempeln. Massive Meinungsunterschiede oder widersprüchliche Werte sollten aber nicht ignoriert oder akzeptiert werden“, sagt Howes.

“Wir alle bringen die eigenen Erfahrungen und Einstellungen mit in neue Beziehungen. Natürlich muss es zwischen Partnern auch Meinungsverschiedenheiten geben, sowohl zu politischen, als auch zu religiösen oder weltanschaulichen Themen. Auch Meinungsverschiedenheiten über die Familienplanung oder Haushaltstätigkeiten führen häufig zu Konflikten,“ sagt er.

“Wenn du allerdings das Gefühl hast, dass du und dein Partner in allem übereinstimmt, dann solltest du dich vielleicht fragen, ob du ihn nicht vielleicht zu stark idealisierst. Deine eigenen Einstellungen und Meinungen solltest du ihm zuliebe nicht zurücknehmen.

7. Ihr habt über das Zusammenziehen nachgedacht

Aus rein logistischer Sicht macht es Sinn, bei einem Partner einzuziehen: Schließlich bezahlt man dann nur noch die Hälfte der Rechnungen und kann sich am Ende eines langen Arbeitstages sogar darauf freuen, zuhause auf den eigenen Lieblingsmenschen zu treffen. Am romantischen Leben zu zweit gibt es aber leider auch große Nachteile: Studien zeigen, dass Paare, die sich verfrüht für eine gemeinsame Wohnung entscheiden, sich deswegen auch häufiger trennen oder scheiden lassen.

Ihr solltet euch über das Zusammenziehen also sehr, sehr viele Gedanken machen,“ sagt Ratson.

“Eine Liebesbeziehung sollte sich Schritt für Schritt und ganz natürlich entwickeln. Wenn ihr wollt, dass sich eure Beziehung in eine gesunde Richtung entwickelt, dann solltet ihr diesen Schritt nicht zu früh wagen. Es dauert seine Zeit, ein stabiles Beziehungsfundament zu bauen.”

Dieser Text erschien zuerst bei HuffPost US und wurde von Lukas Wahden aus dem Englischen übersetzt.