POLITIK
10/06/2018 21:45 CEST | Aktualisiert 03/09/2018 12:55 CEST

"Anne Will": Merkel nennt Trumps Verhalten "ernüchternd und deprimierend"

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ARD
Angela Merkel bei Anne Will

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat US-Präsident Donald Trump kritisiert, weil er seine G7-Kollegen per Twitter mitgeteilt hatte, er werde die gemeinsame Abschlusserklärung nicht unterzeichnen. 

“Die Rücknahme per Tweet ist natürlich ernüchternd und auch ein Stück deprimierend”, sagte Merkel am Sonntagabend in der ARD-Talksendung “Anne Will”. Der Schritt des US-Präsidenten mache die Lage nicht einfacher, sagte die Kanzlerin.

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Merkel reagierte allerdings weitgehend gelassen auf die Frage nach Trump. Immer weiteres Anheizen der Sprache mache die Dinge nicht besser, begründete sie ihre Haltung auf eine entsprechende Frage von Will.

Diese Lehre will Merkel aus dem Skandal ziehen:

Die Entscheidung Trumps habe sie in der Haltung bestärkt, sich noch mehr für eine einheitliche, starke Europäische Union einzusetzen, sagte Merkel. Europa müsse sein Schicksal mehr in die Hand nehmen und seine Werte selbst verfechten, gegebenenfalls mit Japan.

Auf die USA dürften sich Deutschland und Europa nicht mehr “etwas leichtfertig” verlassen.

Wie es laut der Kanzlerin jetzt weitergeht:

Die Bundesregierung halte an der G7-Abschlusserklärung fest, es sei beschlossen und rechtskräftig, sagte Merkel.

Ein Ende der Partnerschaft mit den USA sah Merkel trotz der protektionistischen Politik Trumps nicht. Es gebe gute Gründe weiter für die transatlantische Partnerschaft zu kämpfen.

Sie werde die Gespräche mit Trump fortsetzen, etwa im Juli beim Nato-Gipfel in Brüssel.

(ll)