POLITIK
07/12/2018 11:36 CET | Aktualisiert 07/12/2018 13:31 CET

Merkel macht in ihrer Rede klar, wen sie sich als ihren Nachfolger wünscht

"Brauchen neue Köpfe, neue Strukturen"

  • Angela Merkel hatte nach ihrem Rückzug angekündigt, sich nicht in die Suche eines Nachfolgers als CDU-Chef einzumischen.

  • In ihrer letzten Rede als Parteichefin in Hamburg sorgte sie aber vor allem für eine Kandidatin für Stimmung.

Ohne ihren Namen zu nennen, hat Angela Merkel in ihrer letzten Rede als CDU-Chefin für Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) als ihre Nachfolgerin geworben.

Unter viel Applaus erwähnte sie den Wahlsieg von AKK im Saarland im Jahr 2017.

Dabei habe man ”über 40 Prozent“ bekommen. Das belege, wie viel Kraft die CDU entfalten könne, “wenn ihr der Wind ins Gesicht weht“, sagte Merkel auf dem CDU-Parteitag in Hamburg.

Merkel: “Das Leben ist bunt”

Unter Delegierten wurde das als Lob an AKK verstanden, auch wenn Merkel später auch die Wahlsiege in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen nannte.

Zudem sagte Merkel: “Wir haben fast immer der Versuchung schneller und einfacher Lösungen widerstanden. Weil das Leben nicht schwarz und weiß, sondern bunt ist.”

Keine schnellen und einfachen Lösungen – das verbinden viele in der Union mit Merkel und auch ihrer Generalsekretärin AKK.

Merkel: “Neue Köpfe, neue Strukturen”

Der politische Stil der Kandidaten Jens Spahn und Friedrich Merz hingegen werden eher als schnell und tatkräftig wahrgenommen.

Außerdem sprach sich Merkel indirekt gegen Merz aus, der neben AKK aussichtsreichster Bewerber auf Merkels Nachfolge ist.

“Unsere CDU ist heute eine andere als im Jahr 2000. Wir dürfen nicht in die Vergangenheit, sondern müssen in die Zukunft schauen. Mit neuen Köpfen und neuen Strukturen”, sagte Merkel.

Merz war in dieser Zeit Chef der Unions-Bundestagsfraktion.

Merkel favorisiert AKK

Ob Merkels Rede den ein oder anderen Delegierten umstimmen konnte, wird erst am Nachmittag bei der Wahl der Merkel-Nachfolge klar. Beobachter gehen davon aus, dass rund ein Drittel der Delegierten noch unentschieden sind.

Zwar dürfte es niemanden überraschen, dass Merkel AKK favorisiert.

Sie hatte die Saarländerin ursprünglich ins Konrad-Adenauer-Haus als ihre Generalsekretärin gerufen – und damit als ihre Nachfolgerin in Stellung gebracht.

Dennoch kündigte sie nach ihrem Rückzug an, sich nicht in die Nachfolge-Suche einzumischen. Insofern ist ihre Rede doch eine kleine Überraschung.

(lp)