ELTERN
27/11/2018 14:38 CET

Notiz am Auto: Mutter von krankem Kind fassungslos über gemeine Botschaft

"Nicht alle Behinderungen sind sichtbar"

RACHAEL HANLEY / FACEBOOK
  • Eine britische Mutter hat einen Zettel mit einer bösartigen Botschaft an ihrem Auto gefunden.
  • Kurz darauf musste ihre zweijährige Tochter wiederbelebt werden.

Eigentlich wollte sich die 22-jährige Rachael Hanley aus dem englischen Rotherham mit ihrem Sohn und ihrer zweijährigen Tochter Evie-Mae nur einen schönen Tag im Shopping-Center in Sheffield machen – Schuhe und eine heiße Schokolade kaufen.

Doch schon bei der Ankunft geriet sie mit einer fremden Frau in Streit, weil sie ihren Familien-Van auf einem Behinderten-Parkplatz parkte, wie die britische Boulevard-Zeitung “Daily Mail” berichtet. 

“Die Frau sah mich parken und weil Evie-Mae ‘okay’ aussieht, sagte sie: ‘Sie können hier nicht parken, außer Sie sind behindert.’ Sie wurde ziemlich aggressiv”, sagte Hanley zur “DailyMail”.

“Wie erklärt man einer Zweijährigen, was los ist?”

Die zweijährige Evie-Mae leidet an einer kindlichen Atemstörung. Sie hat oft Krämpfe. Manchmal hört sie plötzlich auf zu atmen und braucht dringend Sauerstoff-Versorgung. Weil die Mutter immer einen Sauerstoff-Tank im Auto dabei hat, hat der Familien-Van der Hanleys einen blauen Behinderten-Ausweis in der Windschutzscheibe.

“Evie-Mae ist ziemlich unverblümt und versteht die Gefühle von anderen Menschen sehr gut. Sie sah mich weinen und fragte: ’Warum schreit diese Frau dich an?”, sagte Rachael Hanley. “Doch wie erklärt man einer Zweijährigen, was los ist?”

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“Ich habe das Auto abgeschlossen und wir waren zwei Stunden lang weg.”

Als die Mutter und ihre Tochter Evie-Mae zwei Stunden später wieder zu ihrem Auto kamen, fand Rachael Hanley einen Zettel an ihrem Auto auf dem stand: 

“Ich habe Sie wegen Missbrauchs des Behinderten-Ausweises angezeigt. Ihre Tochter sieht nicht behindert aus. Hoffentlich bekommen Sie eine Park-Kralle. Bringen Sie das nächste Mal einen Rollstuhl mit!

Als ob das nicht schlimm genug wäre, bekam Hanleys Tochter einen Krampf-Anfall als sie zurück zum Auto kamen und erbrach. Das Kind brauchte eine Herz-Lungen-Massage und Sauerstoff aus dem Tank.

Das Kind musste wiederbelebt werden

“Evie-Mae hatte einen Ganz-Körper-Krampf und zitterte. Ich musste sie in die stabile Seitenlage bringen und darauf achten, dass ihre Atemwege nicht blockiert sind”, sagte die Mutter. 

“Ich glaube, diese Frau hat es missverstanden, dass Evie-Mae gesund aussieht. Sie sieht super aus, bis sie plötzlich einen Anfall bekommt und wiederbelebt werden muss. Nicht alle Behinderungen sind sichtbar.”

Am wütendsten habe sie gemacht, dass manche Menschen glauben, man müsse in einem Rollstuhl sitzen, um behindert zu sein.

“Wir haben als Familie so viel durchgemacht und mussten mehrmals ihr Leben retten, was furchtbar war.”

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“Ekelhafter Zettel”

Die Mutter machte ihrer Wut zunächst auf Facebook Luft. “Ich rauche vor Wut!”, schrieb sie über ihren Beitrag, indem sie ihr Erlebnis schildert.

“Wie kannst du es nur wagen, unseren Tag so zu ruinieren?”, schrieb sie.

Über 41.000 Menschen reagierten auf den Beitrag, über 23.000 teilten ihn und etwa 12.000 kommentierten ihn. Die meisten Nutzer stellten sich hinter Rachael Hanley. 

“Ich hoffe deiner Tochter geht es gut. Diese Person sollte sich schämen”, schrieb etwa die Facebook-Nutzerin Michelle Lesley. 

“Dieser Zettel ist ekelhaft”, kommentierte eine Nutzerin namens Lesley Welch.

(glm)