POLITIK
17/02/2018 16:40 CET | Aktualisiert 18/02/2018 07:10 CET

Äußerung von Weidel zeigt: Die AfD ist endgültig eine rechtsradikale Partei

Die HuffPost-These.

Oben im Video: So widerlich reagiert die AfD auf die Freilassung von Deniz Yücel

Die Grenze ist überschritten. 

Die Grenze des Anstands für all jene, die Herz und Verstand haben. 

Und für die AfD die Grenze von extrem rechts zu rechtsextrem

Grund ist eine Aussage der AfD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Alice Weidel. Weidel hat die Freilassung des über ein Jahr unrechtmäßig in der Türkei inhaftierte Journalisten Deniz Yücel zum Anlass genommen, sich an ihre Anhänger auf Facebook und Twitter zu wenden. 

Sie tat dies nicht nur in einer widerlich beleidigenden Weise – sondern propagierte auch einen perversen Faschismus, der an die nationalsozialistische Diktatur erinnert.  

Getty/Screenshot
Hat ihre Partei mit einer Äußerung über Deniz Yücel endgültig ins rechtsextreme Milieu gehievt: Alice Weidel.

Weidels radikaler Offenbarungseid

Was hatte Weidel also geschrieben? 

► Zunächst einmal arbeitete sich die AfD-Politikerin am “Welt”-Journalisten Deniz Yücel selbst ab. Sie beschimpfte ihn als “antideutschen Hassprediger”; Yücel als Journalisten zu bezeichnen sei “geradezu grotesk”. Yücel, so unterstellte Weidel, hasse Deutschland regelrecht. 

► Die 39-Jährige begründete das mit der von Seiten der AfD immer wieder außer Kontext herangezogenen Polemik des Journalisten, in dem er dem SPD-Politiker Thilo Sarrazin einen zweiten Schlaganfall wünschte – eine Verfehlung, für die Yücel erfolgreich verklagt wurde und für die sich der Autor entschuldigt hat

► Weiter echauffierte sich Weidel über einen Artikel Yücels für die “taz” – auch dieser eine Satire, in der er sich über das “Deutschsterben” in der Bundesrepublik freute. 

Bis hierher ist Weidels Beitrag einfach nur beleidigend, uninformiert und irreführend. Radikal wird er an dem Punkt, an dem die AfD-Politikerin die Konsequenzen aus Yücels angeblichem Fehlverhalten zieht:  

Denn ein unser Land regelrecht hassender 'Journalist', der nicht nur einmal die Grenzen des guten Geschmacks verließ, sollte eigentlich keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen."

Die AfD ist ein Fall für den Verfassungsschutz

Es ist müßig, an dieser Stelle zu erwähnen, dass Weidels Hetzbeitrag als weitere dummdreiste Provokation gedacht ist.

So wie es auch müßig ist festzustellen, dass der AfD die Bedeutung von Polemik nur dann verständlich ist, wenn sie die Verwendung dieser für sich selbst beansprucht – etwa, indem sie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einer “Blutspur durch Europa” für Terroranschläge verantwortlich macht. 

Mehr zum Thema: So widerlich reagiert die AfD auf Yücels Freilassung

Es ist vielmehr das Implizite, das Weidels Text zu einer radikalen Grenzüberschreitung macht, zu einem endgültigen Bekenntnis zum Rechtsradikalismus. 

► Denn Weidel will einem deutschen Staatsbürger diese Staatsbürgerschaft aberkennen, weil er nicht ihren aggressiven Nationalismus teilt – weil er es wagt, Deutschland zu kritisieren und von seiner Meinungsfreiheit Gebrauch zu machen. 

Das erinnert an die Gesetze zur Ausbürgerung von angeblichen “Volksschädlingen” der Nationalsozialisten.

Kurz gesagt: Es ist der pure Faschismus

Weidel hat die AfD als endgültig rechtsextrem entlarvt. Für den deutschen Staat ist es nun an der Zeit, dementsprechend zu handeln – und diese radikale Organisation vom Verfassungsschutz überwachen zu lassen. 

(sk)