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11/08/2018 17:09 CEST | Aktualisiert 11/08/2018 17:14 CEST

Airline-Mitarbeiter klaut Flugzeug – und stürzt damit ab

"Eine Spritztour, die furchtbar aus dem Ruder gelaufen ist."

dpa
Feuerschein vom Absturzort im US-Bundesstaat Washington
  • In den USA hat ein Mitarbeiter von Horizon Air eine Passagiermaschine gestohlen und ist damit abgestürzt.
  • Zuvor lieferte er sich noch seltsame Konversation mit der Flugaufsicht.

Der Mitarbeiter einer Fluggesellschaft hat am Internationalen Flughafen von Seattle-Tacoma in den USA am Freitagabend gegen 20 Uhr (Ortszeit) ein Passagierflugzeug gestohlen. Er flog damit nach Medienberichten etwa eine Stunde umher, bevor die Maschine auf der Insel Ketron zerschellte.

Inzwischen haben Fluggesellschaften und Behörden den Vorfall rekonstruiert. Demnach hat der 29-jährige Mitarbeiter des Bodenservices von Horizon Air die Maschine vom Typ Bomardier Q400, die auf 76 Passagiere ausgelegt ist, von einem Wartungsplatz gestohlen. Nach eigener Aussage fühlte er sich ganz wohl beim Fliegen, weil er entsprechende Computerspiele gespielt habe.

Diskussion über nette Flugziele

Während des Flugs sprach der Flugsicherung. “Ich habe viele Leute, die sich um mich sorgen. Es wird sie enttäuschen zu hören, dass ich das getan habe”, soll der Mann gesagt haben. Außerdem beschrieb er, wie schön die Landschaft doch aussehe.

Mal überlegte er, ob er zu den Olympic Mountains in Washington fliegen solle, mal scherzte er, er wolle eine Orka-Mutter sehen, die ihr totes Junges bei sich hatte.

Die Flugsicherung soll noch versucht haben, den Mann Mann via Funk sicher wieder herunterzulotsen, auf einen Militärflughafen. Doch er habe sich geweigert.

Im Lauf des offenbar recht umfangreichen Gesprächs fragte er: “Wenn ich sicher lande, glauben Sie, dass Alaska mir einen Job als Pilot gibt?” 

Menschen am Boden diskutieren aufgeregt

Auf Twitter verbreitete sich eine Aufnahme, die das Flugzeug uns eines seiner Manöver zeigen soll. Es ist zu hören, wie die Menschen darüber diskutieren, ob es sich um eine Drohne oder eine echtes Flugzeug handele. 

Von Flugzeugen eskortiert

Zwei Militärflugzeuge vom Typ F-15 stiegen auf, um zu verhindern, dass der Mann mit der Maschine über dicht besiedeltes Gebiet flog. 

An dem Absturz kurz nach einem gewagten Flugmanöver sollen sie aber nicht beteiligt gewesen sein.

Sheriff Paul Pastor sagte in einer Pressekonferenz, eine “Spritztour sei furchtbar aus dem Ruder gelaufen”. Einen terroristischen Hintergrund schloss er ausdrücklich aus. “Die meisten Terroristen fliegen keine Schleifen über dem Wasser.”

Die Behörden gehen offenbar davon aus, dass sich der junge Mann das Leben nehmen wollte.

Die HuffPost berichtet nur dann über das Thema Selbstmord, wenn es eine besondere gesellschaftliche Relevanz oder Aufmerksamkeit erlangt. Grund ist die große Gefahr, dass Verzweifelte die Taten nachahmen.

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