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20/02/2018 15:46 CET | Aktualisiert 08/03/2018 17:29 CET

Afrikanische Schweinepest: Eine schweinische Tragödie oder die Tragödie des Jägers

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) wütet im Baltikum, Russland, in vielen Regionen Osteuropas. Es handelt sich um eine hochansteckende Tierkrankheit, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt. Für Menschen ist sie vollkommen ungefährlich. Der Deutsche Bauernverband geht davon aus, dass die großen industriellen Schweinehalter Verluste von mehreren Milliarden Euro pro Jahr erleiden könnten, sollte die Seuche nach Deutschland kommen. Politik und Bauernverband fordern daher zum Schutz der Mastschweine eine Reduktion der Wildscheinbestände um 70%, nachdem riesige Mais- und Rapsschläge der industriellen Landwirtschaft dazu geführt haben, dass die Wildbestände in vielen Regionen Deutschlands stark angewachsen sind. Ausgedehnte Monokulturen bieten ideale Lebens- und Äsungsbedingungen für alle Schalenwildarten (also auch Rot-, Dam-, Muffel- und Rehwild) – sehr zum Verdruss der primär auf Holzproduktion ausgerichteten Forstleute. Ein aufmerksamer Wald-Spaziergänger muss noch nichts von der Wald-Wildschaden-Kontroverse gehört haben, um zu erkennen, dass das Wild Rinden schält, Knospen abbeißt und an den jungen Kulturen, sofern sie nicht umzäunt sind, zuweilen großen Schaden anrichtet. Schwarzwild schätzt den industriellen Mais-auf-Mais-Anbau, der für ausgeräumte Landschaften sorgt. Die Bestände sind zu stark angewachsen. Im Wald, hingegen, erbringt das Schwarzwild wertvollen ökologischen Nutzen.

Die ASP provoziert viele Fragen und gibt Gelegenheit über ernährungspolitische Weichenstellungen zu reflektieren:

Schweinefleisch

In deutschen Mastbetrieben und Schlachthöfen herrscht Hochkonjunktur. In Deutschland werden jährlich ca. 60 Millionen Turbo-Mastschweine der industriellen Massentierhaltung geschlachtet, mehr als in fast jeder anderen vergleichbaren Region der Welt. Die EU und die USA sind die mit Abstand weltweit größten Exporteure von Schweinefleisch. Allein um das Futter für die wachsende Zahl von Tieren zu produzieren, werden immer größere Flächen benötigt: 16 Millionen ha Land, um den europäischen Soja-Futtermittelbedarf zu decken. Weltweit gelangen mehr als 40 Prozent der Getreideernte an Weizen, Roggen, Hafer und Mais in die Tröge von Turbo-Masttieren, ganz gleich ob Schweine, Rinder oder Geflügel. Von weltweit knapp 1,5 Mrd. ha Ackerland werden auf über 1 Mrd. ha Futtermittel angebaut, Nahrungsmittel hingegen nur auf 260 Millionen ha. Bereits ein geringer Konsumverzicht von Fleisch würde dazu führen, dass auf Millionen ha mehr Nahrungsmittel angebaut werden könnten. Um die für 2050 prognostizierten 9-10 Milliarden Menschen ausreichend zu ernähren, bedarf es demnach nicht einer intensiveren Landwirtschaft (auch hier fordert die Agrarindustrie - mantraartig - Produktionssteigerungen von magischen 70%), sondern lediglich einer besseren Verteilung.

Zu Schleuderpreisen von wenigen Euro pro kg kann man Turbo-Mastschweinefleisch im deutschen Einzelhandel kaufen. Klauen, Ohren, Ringelschwänze und Rüsselscheiben gehen nach Afrika und China. In Deutschland wird auch der Futtermittelanbau mit ca. 300 €/ha subventioniert. Keiner weiß wirklich, wie die Fleischmärkte aussähen, wenn sie nicht massiv mittels Beihilfen verzerrt würden. Jedenfalls verbirgt sich hinter dem Beihilfewesen ein Bekenntnis zum gegenwärtigen Wohlstand-und-Konsum-auf-Pump-Modell, da Futter- und Lebensmittel künstlich verbilligt werden und vorhersehbar ist, dass nicht immer Beihilfen, die der Massenproduktion und nicht etwa der Förderung von Gemeingütern (sauberes Wasser, saubere Luft, große biologische Vielfalt der Pflanzen und Tierarten, Bodenschutz, Kohlenstoffvorräte, vielfältiges Saatgut) dienen, in dieser Höhe gezahlt werden können.

Demgegenüber steht das Wildschwein mit seinen herausragenden Eigenschaften: Es ist stark aufgrund des Sozialverbandes, in dem es lebt und sozialisiert wird. Selbst gestandene Jäger werden nicht müde, das Sozialverhalten der Wildscheine in Rottenverbänden zu beobachten.

Wildschweinfleisch ist ein besonderer Genuss, nicht nur für Gourmets. Es ist von höchster Qualität und zudem cholesterin- sowie fettarm und steckt voller Vitamine, Mineralien und essentieller Aminosäuren. Es ist reich an Omega-3-Fettsäuren, die für einen ausgeglichenen Stoffwechsel sorgen und vor Herzerkrankungen schützen. Die Omega-3-Fettsäuren beugen zudem Demenz vor, dienen der Thrombose-Prävention, lindern Entzündungen, schützen die Augen, senken den Blutdruck.

Schweinefleisch aus der industriellen Produktion ist hingegen ein (mittelbar) hochsubventioniertes Billigprodukt ohne besondere Eigenschaften und eher ein Treiber kardiologischer Erkrankungen. Man sollte es meiden und stattdessen jeden Sonntag einen Wildscheinbraten genießen, insbesondere, wenn man sich im hohen Alter noch die Namen seiner Kinder, Neffen und Nichten merken will.

Zweifelsohne, die Schwarzwaldbestände müssen dezimiert werden. Ernährungspolitisch stellt sich allerdings die Frage: Warum schützen wir nicht die Wildschweine und reduzieren die Sauen- und Mastschweinbestände? Wer sollte bei dieser Gegenüberstellung Vorrang haben: das Superfood und Premiumfleisch aus dem Wald oder das Billigfleisch ohne Eigenschaften?

Tierhaltung

Warum sollen eigentlich Jäger, die die Rahmenbedingungen für ein so phantastisches Produkt wie Wildschweinfleisch gewährleisten und so viel für die Hege und Pflege der Kulturlandschaft leisten, willige Vollstrecker der ökonomischen Ziele der industriellen Massentierhaltung sein?

Auf der einen Seite steht die hochkonzentrierte, artfremde und industrielle Massentierhaltung. In USA spricht man noch treffender von CAFOs: Concentrated animal feeding operations. Sie emittieren Stickoxide, die gesundheitsschädlich sind und zugleich als Klimakiller gelten. Außerdem produzieren Tierfabriken große Mengen an Kohlenstoffdioxid und Methan, Gerüche, Staub und Bioaerosole, einschließlich der viel diskutierten multiresistenten Erreger. Die UN-Welternährungsorganisation FAO steht schon seit Jahren auf dem Standpunkt, die Intensivtierhaltung sei eine Hauptverursacherin der schlimmsten Umweltprobleme unserer Zeit. Die intensive Landwirtschaft in der EU und USA setzt so viel Grünhausgase frei, dass laut einer Forschungsgruppe des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie die positiven Effekte von Wäldern, Grasland und Mooren als Kohlenstoff-Speicher wieder neutralisiert würden. Die einseitig vom Klimawechsel geprägte Diskussion verdrängt oftmals, in welchem hohen Maße die allgemeine Industrialisierung auch die Landwirtschaft zu einem wesentlich produktiveren Nahrungsmittelerzeuger werden ließ, die Landwirtschaft sich aber zugleich zum Umweltzerstörer mit dem größten Gefährdungspotenzial für die Biodiversität auf Erden entwickeln konnte, wie Ernst Ulrich von Weizsäcker in seinem Buch Faktor Fünf (2010) darlegte.

Auf der anderen Seite steht die extensive, dezentrale, regionale Bewirtschaftung des Wildes und das ökologisch wertvolle, artgerechte Tierleben in der freien Wildbahn, vergleichbar mit dem des Wildlaches. Zudem sind Wildschweine Freunde der Waldbauern. Indem sie unentwegt die Erde auflockern, sind sie nützliche Tiere, die wertvolle ökologische Dienstleistungen erbringen, die der Erhaltung der Vielfalt in der Flora und Fauna zuträglich sind. Das Verhältnis zwischen Land- und Forstwirtschaft oder Acker- und Waldbau ist von einer Unwucht geprägt. Die Ziele sind diametral entgegengesetzt: Versucht die Waldwirtschaft auf der Grundlage der ökologischen Vielfalt zu arbeiten und sie zu erhöhen, ist die Landwirtschaft bestrebt, die Vielfalt in der Flora auf jeweils eine Pflanzenart – sei es Mais, Weizen oder Raps - zu reduzieren. Letzteres wird mit substanziellen EU-Beihilfen gefördert.

Reduktion um jeden Preis: Tragödie des Jägers

Was heißt es eigentlich, 70 Prozent des Bestandes zu reduzieren?

Dazu müssten Jäger künftig täglich 8 Stunden an 7 Tagen in der Woche jagen. Die wenigstens Jäger jagen hauptberuflich. Man wird nicht erwarten können, dass der Tischler seinen Hobel ruhen lässt und der Zahnarzt seine Praxis schließt, um der industriellen Landwirtschaft zu Hilfe zu eilen. Es lassen sich auch nicht beliebig viele Treibjagden mit Hundemeuten veranstalten. Stattdessen läuft alles auf die komplette Aufrüstung und Digitalisierung der Jagd hinaus. Künftig werden Nachsichtgeräte, Schalldämpfer und Drohnen mit Wärmebildkameras eingesetzt werden, um möglichst effektiv und effizient Wildschweine zu erlegen. Diese Entwicklung lässt sich nicht mehr aufhalten. Sie findet bereits statt. Die ASP beschleunigt sie nur.

Der Geek wird sich als Jäger durchsetzen, nicht mehr der passionierte, naturbegeisterte handwerkliche Könner, für den der Begriff der Waidgerechtigkeit noch mit Inhalten gefüllt ist. Was ist eigentlich Waidgerechtigkeit? Die meisten Jäger verbinden damit den Respekt vor der Kreatur, dem Mitgeschöpf, handwerkliches Können, die Einbeziehung der Umwelt in das Denken und Handeln, Naturschutz durch Nutzung, Kameradschaft, faires Verhalten gegenüber Mitjägern und Dritten. Zum Kulturgut Jagd gehört es auch, Geschichten zu erzählen, Jägerlatein zu spinnen. Heute ist die Jagd noch ein intensives Naturerlebnis. Künftig wird es immer weniger darum gehen, die Natur zu erleben und auch Beute zu machen, sondern um Präzisionstöten mit Hightech Ausrüstung.

So wird sich die Tragödie des Jägers abspielen, vergleichbar mit der Tragödie des Landwirts, der immer weniger selbstständig Entscheidungen trifft, sondern nach den Vorgaben von Algorithmen den Boden bearbeitet, aussät, spritzt, erntet, trocknet, vermarktet, Darlehen vereinbart und Versicherungen abschließt. Das widerspricht seinem historischen Selbstverständnis als autonom handelnder freier Geist und Unternehmer. Hier entsteht Präzisionslandwirtschaft oder Landwirtschaft 4.0. Sie ist zugleich ein Segen für die Umwelt, denn sie gewährleistet einen ressourcenschonenden Umgang mit dem Boden und der Umwelt. Es kommt zu einer Konvergenz zwischen ökologischem Landbau und konventioneller Landwirtschaft. Siegerin ist die Umwelt. Verlierer ist – ein Stück weit – der freie Bauer, der sich in Abhängigkeit von Firmen begibt, deren Geschäftsmodell darauf beruht, Daten in Echtzeit von landwirtschaftlichen Betrieben zu aggregieren, durch Cloud-Algorithmen zu jagen, die wiederum Echtzeit-Datenanalysen generieren, mit deren Auswertung der Landwirt den Anbau und die Kulturpflege präzisieren und optimieren kann.

Risikomanagement

Uckermärkische Wildschweine kommen nicht auf die Idee, ihre Verwandtschaft im Berliner Grunewald zu besuchen. Sie gelten als reviertreu. Die Gefahr, dass Wildschweine die Pest aus Polen einschleppen, ist daher eher gering. Allerdings können sie infizierte Essensreste aufnehmen, die von Reisenden weggeworfen wurden oder in Abfallbehältern landen, und sich dadurch anstecken. Der Erreger bleibt noch über Wochen in infizierten Fleischprodukten aktiv.

Haben wir also unsere Prioritäten richtig sortiert?

Das Hauptrisiko geht jedenfalls vom Menschen aus, der sich mit 80 bis 180 km/h von den Seuchengebieten aus nach Westen bewegt und das Virus mittels Essensreste einschleppt. Mittel der Bekämpfung müssen in verstärktem Maße Kontrollen an allen Rastplätzen der Transitstrecken und von Osten nach Westen verlaufenden Autobahnen, mehrsprachige Warnhinweise und Schilder wie auch eine schwarzwilddichte Abzäunung der Autobahnparkplätze sein. Auf den Rastplätzen muss der Müll konsequent auch frühmorgens und spätabends entsorgt werden.

Ein effektiver Anreiz für die erforderliche Reduktion der Schwarzwildpopulation wäre eine kostenfreie Trichinenschau. Abschussprämien können hilfreich sein. Viel wichtiger wäre, dass der Bauernverband die Panikmache gegen das Wildschwein beendet. Dann steigen die Preise für Schwarzwildfleisch von selbst und der Jäger wird für seine wertvolle Hegearbeit fair und marktgerecht entlohnt.

Könnte der blühende Trophäenjagdtourismus in Osteuropa ein Faktor sein? Heerscharen von Jägern reisen in die Seuchengebiete, kommen mit kontaminierten Material in Berührung, und kehren mit Nahrungsmitteln, ihren Trophäen und Schweiß (Blut) am grünen Rock und an den Jagdstiefeln zurück. Das passiert täglich hundertfach. Allein der deutsche Markt des Auslandsjagdtourismus verzeichnet mehrere hundert Millionen Umsatz im Jahr. Man kann nur hoffen, dass die Jäger ihre Jagdklamotten einer gründlichen Reinigung unterziehen, bevor sie im heimischen Revier auf die Pirsch gehen. In den Seuchengebieten wird Wild oftmals in Großgattern gehalten und mit Kraftfutter gemästet. Es werden trophäenstarke Tiere gezüchtet, die starke Geweihe (Rothirsch) und imposantes Gewaff (sog. Haderer und Hauer; Eckzähne des Keilers) hervorbringen. Beim Mästen steht die Ausbildung der köpereigenen Abwehrkräfte nicht im Vordergrund. Die Ausbreitung der ASP wird somit nur gefördert. Lässt sich diese Art des Jagdtourismus restriktiver gestalten? Wohl kaum.

Resümee

Agrarpolitik ist Gesellschaftspolitik. Sie ist auch Ernährungspolitik. Sie betrifft uns alle unmittelbar. Es geht um gesunde und abwechslungsreiche Ernährung, eine gesunde Umwelt, die Kulturlandschaft, Bauernhöfe und nicht zuletzt um Fairness gegenüber Landwirten und allen Steuerzahlern. Unternehmerisches Handeln in der Landwirtschaft bewegt sich stets im Spannungsfeld zwischen sozialer und ökologischer Verantwortung sowie wirtschaftlichen Notwendigkeiten. Dabei muss man sich stets vergegenwärtigen, dass zwölftausend Jahre nach dem Beginn der Landwirtschaft, als noch die Früchte, die sie hervorbrachte, die Lebensgrundlage bildeten, der heutige moderne Kapitalismus mit seinen wirtschaftlichen Selbstorganisationsprozessen das Geld zur wesentlichen Lebensgrundlage werden ließ. Wenn Forderungen laut werden, die Massentierhaltung, eine milliardenschwere Industrie, weiter auszubauen und ihrem Schutz Vorrang zu gewähren, spielt sich dies vor der agrarpolitischen und damit auch gesellschaftlichen Diskussion ab, die Antworten darauf sucht, welchem Trend wir eigentlich folgen wollen, dem der Vielfalt, der Demokratie, der Freiheit, der Freude und der Kultur oder dem Trend der Monokulturen, der Leblosigkeit, der Depression, wie die Umweltschützerin Vandana Shiva es einmal ausdrückte.

Wenn jedes Jahr während der Internationalen Grüne Woche (IGW) 25.000 bis 33.000 Menschen aus Städten und Dörfern mit dem Slogan Wir haben es satt in Berlin zusammenkommen, um für eine nachhaltige Lebensmittel- und Agrarpolitik, für dezentrale Lösungen, für die Re-Regionalisierung von Wirtschaftskreisläufen zu demonstrieren, dann drückt sich darin auch die Sehnsucht nach alternativen Wirtschaftsmodellen aus, nach Vielfalt statt nach Größe, nach Komplexität statt nach Reduktion, nach Selbstorganisation statt nach zentralistischer Macht, nach Lebenskonzepten, die dem „Natürlichen“, dem „Ungekünstelten“ Rechnung tragen und die auch dem „Land“ und seiner biologischen Vielfalt und seinen natürlichen Ressourcen gerecht zu werden versuchen. Beispielsweise entstehen immer mehr Formen einer solidarischen Landwirtschaft, denen allesamt das Prinzip zugrunde liegt, dass viele Privathaushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs tragen, wofür sie im Gegenzug dessen Ernteertrag erhalten. Durch den persönlichen Bezug zueinander erfahren sowohl die Erzeuger als auch die Konsumenten die vielfältigen Vorteile einer weniger marktabhängigen Landwirtschaft.

In diesen Bewegungen zeigt sich ein durch Vielfalt gekennzeichnetes Europa der Regionen, das mit dem Prinzip der Subsidiarität ernst macht. Hier wird gehandelt, auch wenn die Politik es noch gar nicht registriert. Hier zeichnet sich die normative Kraft des Faktischen ab, die irgendwann den Gesetzgeber zum Handeln zwingt. Akteure dieser Bewegungen nutzen die Möglichkeiten des digitalen Kapitalismus, wie etwa die Verbreitung von Ideen über kommerzielle Blog-Zeitungen. Akteure dieser Bewegungen nutzen auch das demokratische Mitgestaltungsrecht, das die Lissabon-Verträge seit 2009 gewähren. Es bleibt offen, ob diese transformativen Trends dem konsumgetriebenen Megatrend etwas Substanzielles entgegensetzen können, ob sie die Dynamik entwickeln, um hinsichtlich der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) eine Agrarwende im Sinne eines neuen Zusammenspiels von Politik, Gesellschaft und Landwirtschaft in Gang zu setzen.

Wieder heißt es, sich zu vergegenwärtigen, dass der moderne Kapitalismus mit seinen wirtschaftlichen Selbstorganisationsprozessen nicht etwa den Mutterboden und die biologische Vielfalt zur wesentlichen Lebensgrundlage werden ließ, sondern das Geld. Dabei vermittelt das Geld nicht mehr nur den Austausch von Waren und Dienstleistungen, sondern hat sich weitgehend von der Realwirtschaft abgekoppelt, was erst die Kumpanei von Finanzwirtschaft und Staaten ermöglicht hat, die uns in den USA und Europa Scheinstabilitäten beschert.

Ab und zu ein schmackhafter und nährstoffreicher Wildschweinbraten statt Turbofleisch ohne Eigenschaften und die Welt sähe ganz anders aus.