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10/04/2018 14:23 CEST

Afghanische Mutter stillt ihr Baby während sie eine Aufnahmeprüfung schreibt

Sie wollte ihr Baby nur beruhigen – jetzt ist sie berühmt.

dpa
Die 25-jährige Jahantab Ahmadi mit ihrer wenige Monaten alten Tochter.
  • Die Afghanin Jahantaab Ahmadi hat an einer Aufnahmeprüfung einer Uni teilgenommen
  • Währenddessen stillte sie ihr Baby, um es zu beruhigen – die Fotos gingen viral und veränderten ihr Leben

Die afghanische Mutter Jahantaab Ahmadi hat eine siebenstündige Reise mit ihrem Baby auf sich genommen, um an einer Uni-Aufnahmeprüfung in der afghanischen Stadt Nilli teilzunehmen. Das berichtet der britische TV-Sender BBC

Während des Tests fing ihre zwei Monate alte Tochter an zu weinen. Ahmadi hatte Angst, dass der Dozent die Geduld verlieren und sie von der Prüfung ausschließen würde. 

Deswegen setzte sie sich auf den Boden neben einen Stuhl in den Schatten und fing an, ihr Baby zu stillen, wie sie der BBC erzählt. Währenddessen beantwortete die 25-Jährige weiter die Fragen des Tests. 

“Afghanische Frauen sind nicht zu stoppen”

Einer der Dozenten machte Fotos von ihr und postete sie in den sozialen Netzwerken. 

Die Fotos wurden mittlerweile viele Mal geteilt und kommentiert. 

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Eine Frau schreibt auf Twitter: “Inspirierendes Foto: Diese Mutter macht eine Aufnahmeprüfung während sie sich um ihr Kind kümmert – in Daikundi. Afghanische Frauen sind nicht zu stoppen.”

Die junge Afghanin hat die Prüfung bestanden 

Ein anderer Twitter-User erklärt, dass Ahmadi die Prüfung mit 152 Punkten bestanden habe. Sie wolle nun Wirtschaftswissenschaften studieren, schreibt BBC.

Allerdings war bis vor kurzem nicht klar, wie sie das Studium finanzieren kann. Denn sie kommt aus einem armen Dorf. Außerdem ist sie Mutter von drei Kindern unter fünf Jahren. Schwierige Bedingungen für ein Studium. 

Dank des Dozenten, der ihr Foto über die sozialen Medien teilte, wurde sie und ihre Geschichte jedoch so berühmt, dass sie von verschiedenen Seiten nun Unterstützung angeboten bekommt.

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Laut “BBC” will eine afghanische Politikerin die Studiengebühren der Mutter übernehmen. Und der zweite Vizepräsident von Afghanistan will ihr sogar für ein Jahr eine Wohnung zur Verfügung stellen, damit sie in der sieben Stunden entfernten Stadt studieren kann. 

Wenn sie ihr Studium abgeschlossen hat, wolle sie den Frauen in ihren Heimat helfen, sagt sie der BBC. Denn: “Frauen in meiner Heimatstadt werden alleine gelassen. Sie tun mir sehr leid, da sie keinen Zugang zu Bildung haben.” Das will die mutige Mutter nun ändern. 

(ks)