POLITIK
26/04/2018 09:08 CEST | Aktualisiert 26/04/2018 11:49 CEST

Höcke: AfD zeigt in einem Tweet, wie egal ihnen die Arbeiter wirklich sind

"Das geschieht ihnen recht."

Kai Pfaffenbach / Reuters
Höcke wollte "Alarm" machen – und musste sich dann in Sicherheit bringen.
  • Opel-Mitarbeiter in Eisenach haben Solidarität von der AfD abgelehnt
  • Ein AfD-Politiker reagierte wütend – und zeigte, dass es ihm nicht um die Arbeiter geht 

Am Ende rannte Björn Höcke.

Der rechtsnationalen AfD-Hardliner wollte am Mittwoch an einer Protestkundgebung vor dem Opel-Werk in Eisenach teilnehmen, mit weiteren AfD-Vertretern für den Erhalt des Autowerks demonstrieren.

Doch die Opel-Arbeiter und Gewerkschaftler hatten keinerlei Interesse an Solidarität von rechts. Videos zeigen, wie dutzende Demonstranten die Gruppe um den Thüringer AfD-Fraktionschef in die Ecke drängen, sie mit “Auf Wiedersehen”-Rufen in die Flucht schlagen.

Auf anderen Bildern ist zu sehen, wie Höcke sich fast ängstlich zurückblickend von der Gruppe entfernt.

Der Thüringer AfD-Chef ließ es sich trotzdem nicht nehmen, sich bei Twitter als Vorkämpfer für die Arbeiterschaft zu gerieren.

► Sein Parteikollege Hans-Thomas Tillschneider vermochte es dagegen nicht zu verbergen, worum es der AfD in Eisenach eigentlich ging.

Tillschneider: “Geschieht ihnen recht”

Wütend schrieb Tillschneider bei Twitter: “Wenn die Opel-Gewerkschafter die Hilfe desjenigen ausschlagen, der die wahren Ursachen von Werksschließungen, Entlassungen und Lohndrückerei zur Sprache bringt, dann geschieht ihnen recht, was ihnen widerfährt.”

Der AfD-Hardliner verwendete dazu die Hashtags “Kein Mitleid” und “Nur die dümmsten Kälber”. Solidarität mit den tausenden Arbeitern, die um ihre Jobs bangen, sieht anders aus.

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Die beleidigte Reaktion des Rechtspopulisten zeigt, dass es Tillschneider und seinen Kollegen wohl vor allem um eins ging: Eigenprofilierung.

Da die scheiterte, hat die AfD das Interesse am Kampf für den Arbeiter offenkundig verloren. 

(jkl)