POLITIK
29/07/2018 15:05 CEST | Aktualisiert 31/07/2018 18:25 CEST

AfD-Verband will Dunja Hayali bloßstellen – das hätte er besser gelassen

Mit Fremdenfeindlichkeit gegen Rassismus zu argumentieren ist besonders dämlich.

ullstein bild Dtl. via Getty Images
Dunja Hayali
  • Die ZDF-Journalistin Dunja Hayali hat sich auf Twitter zu den hetzerischen Reaktionen auf die Rassismus-Debatte geäußert. 
  • Ein Kreisverband der der AfD versuchte daraufhin, die Moderatorin anzugreifen – und entlarvte dabei nur die eigene Fremdenfeindlichkeit. 

Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hat sich zur Debatte über den alltäglichen Rassismus in Deutschland geäußert. Zur Aktion #MeTwo schrieb sie auf Twitter: 

“Jetzt also #MeTwo. Und was passiert? Wir diskutieren, dass nicht alle in Deutschland Rassisten sind. a) Behauptet das niemand und b) geht es darum nicht. Fast jeder mit Migrationsvordergrund hat aber Rassismuserfahrung. Gefällt Ihnen nicht? Mir auch nicht!”

Hayali beklagt eine “Diskursverschiebung”.

Ihre Botschaft: Wer Rassismus erlebt, soll darüber reden dürfen. Ohne dafür direkt attackiert zu werden. In einem zweiten Tweet stellt sie klar: 

“Wer so antwortet: ‘Die meisten Einwohner in Deutschland haben auch ohne Migrationsvordergrund Rassismuserfahrung.’ Dem möchte ich sagen: ’Wer sagt, dass es das nicht gibt? Dass das nicht auch zu kritisieren ist? Aber weil es das eine gibt, darf man das andere nicht benennen?’”

Es ist eine einleuchtende Argumentation. Allerdings nicht für jeden.

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AfD will sich mit Hayali streiten – es wird peinlich

Unter anderem beschwert sich der Kreisverband Ortsleb der AfD bei Hayali.  

“Wenn nur noch anständige Leistungsträger und keine Integrationsverweigerer mehr in Deutschland sind, dann verschwindet auch der Alltagsrassismus”, twittert dieser an die Moderatorin. 

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Der “Nährboden für Fremdenhass” sei die “linksradikale Ausländerpolitik” seit 50 Jahren. 

Was die AfD da argumentiert, ist: Weil die Politik nett zu Menschen ist, die nicht urdeutsch sind, mussten Deutsche zu Rassisten werden. Schlimm!

“Sie machen andere dafür verantwortlich, wenn sie plötzlich Fremdenhass spüren würden? Oder plötzlich Rassist werden? Dafür ist man selbst verantwortlich”, antwortet Hayali. Die AfD wolle nur ablenken, schreibt die Moderatorin.

Der Ortsleber Verband weist das von sich. Nochmal wird gegen die “linke Ausländerpolitik” gewettert, gegen den “Missbrauch des Asyls als verdeckten Weg zu Einwanderung”. 

“Die ’Einwanderungspolitik” ist Schuld am Rassismus? Ok, also da kommen wir nicht zusammen”, schreibt Hayali. 

Und bricht das Gespräch ab. 

Zurecht.

(sk)