POLITIK
20/08/2018 18:10 CEST | Aktualisiert 20/08/2018 20:30 CEST

AfD: Studie zeigt, wieso andere Parteien an den Rechten so verzweifeln

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CHRISTOF STACHE via Getty Images
Alexander Gauland, Alice Weidel, Beatrix von Storch.

► Die AfD wird sich nach Einschätzung von Soziologen der Universität Leipzig wahrscheinlich langfristig in der Parteienlandschaft etablieren.

Darauf deute eine Analyse der Gründe hin, aus denen Menschen die AfD wählen, erläuterte Holger Lengfeld am Montag in Leipzig.

► Die anderen politischen Parteien böten keine Programme, die zu den Motiven dieser Wähler passen. Das bedeutet: Sie werden sich schwertun, Wähler der AfD zurückzugewinnen.

Das wollen AfD-Wähler:

► Hauptsächlich treibe die AfD-Wähler der Wunsch nach “kultureller Schließung” und die Kritik an der Flüchtlingszuwanderung an, sagte der Professor. “Diese Menschen wollen, dass die Gesellschaft homogen ist mit einer hohen Einheitlichkeit in der Sprache und in der Lebensführung.”

 

Dazu komme eine generelle Unzufriedenheit mit der Demokratie. Ökonomische Gründe - dass Flüchtlinge als Konkurrenz für Jobs und Sozialleistungen gesehen werden - spielten ebenfalls eine Rolle, wenn auch eine kleinere.

Lengfeld sagte: “Weil die Motive der AfD-Wähler aber überwiegend keine wirtschaftlichen sind, würden Maßnahmen wie etwa Rentenzuschüsse für Geringverdiener wenig oder sogar nichts am derzeitigen Zulauf zugunsten der AfD ändern.”

Was das Ergebnis für die anderen Parteien bedeutet:

Für die anderen politischen Parteien sei das ein Dilemma. Um AfD-Anhänger auf ihre Seite zu ziehen, müssten sie “ihre mehr oder weniger liberalen Positionen in Zuwanderungsfragen zumindest teilweise aufgeben”, schreiben Lengfeld und seine Kollegin Clara Dilger in ihrer Studie.

“Dadurch würden sie aber riskieren, einen Teil ihrer eigenen derzeitigen Anhängerschaft zu verlieren.”

Für die Studie werteten die Soziologen Daten von mehr als 8400 Befragten des “Sozio-oekonomischen Panels” aus dem Jahr 2016 aus. Die Analyse “Kulturelle und ökonomische Bedrohung” wurde in der “Zeitschrift für Soziologie” veröffentlicht.