POLITIK
23/11/2018 21:25 CET | Aktualisiert 24/11/2018 08:17 CET

AfD-Spendenaffäre: Neue Spur führt zu einem der reichsten Deutschen

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Michele Tantussi via Getty Images
Die beiden AfD-Fraktionschefs im Bundestag: Alice Weidel und Alexander Gauland.

► In der AfD-Spendenaffäre gibt es weitere Hinweise auf eine möglicherweise illegale Parteienfinanzierung. Der in der Schweiz lebende Milliardär August von Finck soll 2013 über eine PR-Agentur AfD-Veranstaltungen finanziert haben, wie aktuelle Recherchen des “Spiegels” und der Schweizer Wochenzeitung “WOZ” zeigen.

► Demnach gibt es starke Indizien dafür, dass Finck – der zu den reichsten Deutschen zählt – eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der AfD in ihrer Gründungsphase gespielt habe – ohne dabei selbst sichtbar geworden zu sein.

► Zudem war ein Bevollmächtigter Fincks offenbar in die Konzeption des “Deutschland Kuriers” eingebunden, der seit 2017 für die AfD wirbt

Warum die mögliche Unterstützung durch Finck für die AfD problematisch ist:

Derzeit steht vor allem AfD-Fraktionschefin Alice Weidel wegen dubioser Spenden aus dem Ausland unter Druck. 

Die Partei hat mittlerweile bestätigt, dass im vergangenen Jahr rund 130.000 Euro von einer Schweizer Pharmafirma an Weidels AfD-Kreisverband Bodensee überwiesen wurden. Zudem gab es eine weitere hohe Spende aus den Niederlanden. 

Die Staatsanwaltschaft Konstanz ermittelt inzwischen gegen Weidel wegen des Anfangsverdachts eines Verstoßes gegen das Parteiengesetz. Das Ermittlungsverfahren richtet sich gegen insgesamt vier Personen

Ulrich Müller von LobbyControl hat die Bundestagsverwaltung aufgefordert zu prüfen, woher das Geld kommt, mit der die AfD in ihrer Anfangszeit Veranstaltungen organisierte. “Wenn die Gelder dafür tatsächlich von Dritten wie Herrn von Finck kamen, wären dies klare Verstöße gegen das Parteienrecht”, betonte Müller.

(ll)