POLITIK
09/09/2018 08:36 CEST

AfD: So blamiert sich die Partei mit "Islamfreie Schulen"-Plakat

Die Kritik ist vernichtend.

AfD
  • Die AfD will “islamfreie Schulen” in Bayern.
  • Für diese unerhörte Forderung wirbt sie – mit slowakischen Models.

Die AfD in Bayern fordert “islamfreie Schulen”.

Das ist verstörend genug. Denn wie Linken-Politiker Niema Movassat bei Twitter zurecht bemerkt, drängt sich die Frage auf: Was hat die rechte Partei mit Muslimen an bayerischen Schulen vor?

Es ist eine Frage, auf die man lieber keine Antwort hören möchte.

Als wäre das Plakat-Motiv im Landtagswahlkampf nicht befremdlich genug, kommt nun heraus: Die Partei hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, sich passend zur geforderten “deutschen Leitkultur” deutsche Models zu suchen.  

Das berichtet das Medienmagazin ”Übermedien”. “Das Foto wurde in der Slowakei aufgenommen, alle Models sind Slowaken“, habe die Fotoagentur Halfpoint aus Nová Baňa erklärt.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Partei auf Stockfotos aus dem Ausland zurückgreift, um für exklusives Deutschtum zu werben. So zierten die Plakate der Partei in Vergangenheit auch Darsteller aus Rumänien, Brasilien und Pakistan.

Kritik am Plakat: “Gefährlich”, NS-Vergleiche

Die Kritik an der AfD-Kampagne derweil ohnehin vernichtend.

Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (BLLV) sagte dem “Spiegel”: “So ein Plakat befeuert bestimmte Stimmungen, die vor der Schultür nicht haltmachen, und das ist gefährlich”. 

Solche krassen Parolen könnten das Miteinander an Schulen beschädigen, Lehrkräfte müssten dann versuchen, das wieder ausbügeln.

In den sozialen Medien wurden NS-Erinnerungen wach. Die Nazis hatten für eine “judenfreie” Gesellschaft geworden, nun will die AfD den Islam aus der Gesellschaft verdrängen – und damit im logischen Schluss auch die Muslime.

Der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde, Ali Toprak, warnte, die AfD beschädige “vor allem auch den Kampf gegen den politischen Islam”.

Toprak schrieb: “Nicht die normalen gläubigen Menschen dürfen ausgegrenzt werden, sondern ausschließlich die islamistische Ideologie.”