POLITIK
16/12/2018 20:11 CET | Aktualisiert 16/12/2018 20:12 CET

AfD postet absurde Infos zu Claudia Roth und zeigt damit fehlende Argumente

AfD-Rechtsaußen Petry Bystron wirft der Grünen-Politikerin unter anderem vor, keine Kinder zu haben.

dpa
Grünen-Politikerin Claudia Roth.
  • Der AfD-Rechtsaußen Petr Bystron versucht mit einem Vergleich die grüne Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth zu diskreditieren.
  • Die Liste zeigt, dass der AfD offenbar die Argumente ausgegangen sind.

Zu den erklärten Lieblingsfeinden der AfD gehört neben Kanzlerin Angela Merkel vor allem die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth.

Weil der Bundestag die AfD-Politikerin Mariana Harder-Kühnel am Donnerstag auch im zweiten Wahlgang nicht zur stellvertretenden Bundestagspräsidentin und damit zur Amtskollegin von Roth wählte, machte Petr Byston die Ex-Grünen-Chefin zur Zielscheibe für seinen Unmut. 

In einer Grafik stellte der AfD-Bundestagsabgeordnete Roth und Harder-Kühnel gegenüber – um damit eine angebliche Untauglichkeit der Grünen-Politikerin für eines der höchsten Ämter der Bundesrepublik aufzeigen.

Die Einwände, denen sich Bystron dabei bedient, sind allerdings höchst absurd – und zeigen, dass der Partei die Argumente fehlen.

Qualifikationsmerkmal aus Sicht der AfD: “Mutter dreier Kinder”

► So wirft der AfD-Rechtsaußen Roth vor, weder einen Mann noch Kinder zu haben. Bei Harder-Kühnel bemerkt Bystron, dass diese verheiratet sei und “Mutter dreier Kinder”. Das zeigt, welch verschobenes Frauenbild Bystron hat. Wenig verwunderlich: Selbst AfD-Kollegin Corinna Miazga beschuldigte ihn offen des Sexismus

► Bystron kritisiert bei Roth zudem, dass diese aus der Kirche ausgetreten ist. Zur Erinnerung: Der AfD-Abgeordnete Armin Paul Hampel hatte auf dem Bundesparteitag 2017 unter Beifall der Delegierten zum Kirchenaustritt aufgerufen: “In dem Verein sollte keiner von uns mehr Mitglied sein.” Auch AfD-Chef Jörg Meuthen hatte über einen Austritt aus der Kirche nachgedacht.

► Und als drittes stellt für Bystron auch der Drogenkonsum Roths ein Problem dar. Wohlgemerkt: Roth hatte tatsächlich 2017 zugegeben, früher einmal Haschkekse probiert zu haben. Da diese aber so “benebelnd” gewirkt hätten, habe Roth sie nie wieder probiert. Angesichts dessen, dass die Mehrheit der Ärzte, Polizisten, weite Gesellschaftsteile und selbst die FDP Cannabis legalisieren wollen, taugt Roths Jahrzehnte alter und arg beschränkter Drogenkonsum kaum zum Aufreger.

Sharepic bereits Tausende Mal geteilt 

Auch die die anderen drei Punkte Bystrons zeichnen sich durch Meinungsmache und fehlende Fakten aus: So sei Roths Staatsbürgerschaft “antideutsch”, sie habe ihr Studium abgebrochen und sie beschäftige sich politisch mit “Demos gegen Deutschland und demokratische Parteien”. Mit letzterem ist offensichtlich die AfD gemeint – die ihrerseits regelmäßig gegen demokratisch legitimierte Politiker demonstriert (“Merkel muss weg!”). 

Das Bild von Bystron wurde allein auf Facebook bisher über 5500 Mal geteilt. Roth dürfte die neuerliche Attacke allerdings eher in ihrer Haltung und darin bestätigen, unentwegt weiterzumachen.

Der HuffPost sagte sie im September: “Je persönlicher und entgrenzter die Angriffe, desto wichtiger ist es, Gesicht zu zeigen gegen den Hass, vor allem aber für eine weltoffene und gerechtere Gesellschaft.”