POLITIK
28/10/2018 14:51 CET | Aktualisiert 28/10/2018 15:03 CET

AfD-Mann schwärmt für angeblich patriotische Polizei – die wehrt sich vehement

"Die Umdeutung und Darstellung zu Propagandazwecken ist in hohem Maße unfair und diskreditierend."

dpa
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Armin Paul Hampel wird am Samstag von Einsatzkräften der Polizei an den Demonstranten vorbeigeführt, die gegen den AfD-Landesparteitag in der Weser-Ems-Halle protestieren.
  • Ein Foto einer Polizeigruppe vom AfD Landesparteitag in Niedersachsen sorgt für Wirbel.
  • Nun hat die Polizei erklärt, was hinter dem Bild mit der Deutschlandflagge steckt. 

Die AfDNiedersachsen ist am Samstag und Sonntag zu ihrem Landesparteitag zusammengekommen. Gegen das Parteitreffen der Rechtspopulisten in Oldenburg demonstrierten Tausende, hunderte Polizisten waren im Einsatz, um Lager zu trennen und die Wege zur Weser-Ems-Halle freizuhalten.

Bereits am Samstag hatte der AfD-Bundestagsabgeordnete Armin-Paul Hampel, von November 2013 bis Januar 2018 auch Landeschef der Partei in Niedersachsen, ein Foto veröffentlicht, das schnell für Wirbel sorgte. 

Freudig schrieb Hampel bei Facebook, dass es “noch mutige Polizisten in Niedersachsen” gebe, da sie nach ihrem Einsatz eine schwarz-rot-goldene Fahne gehisst hätten – für die Partei, wie Hampel meint. “Hunderte AfDler erwidern den Gruß mit dem Absingen der Nationalhymne!”, bemerkte der AfD-Politiker.

“Umdeutung zu Propagandazwecken”

Doch die Oldenburger Polizei wehrt sich nun vehement gegen die Vereinnahmung von rechts. In einem Facebook-Beitrag werfen die Beamten der AfD eine “Verhöhnung durch eine derart unzulässige Verzerrung des tatsächlich Geschehenen” vor.

Laut des Beitrags zeigt das von Hampel veröffentlichte Bild tatsächlich eine Einheit, die nach ihrem Einsatz Aufstellung genommen hatte, “um einen langjährigen Einsatzbeamten nach dessen letztem Einsatz zu verabschieden”.

Dabei seien die Deutschlandflagge und die Niedersachsenflagge im Hintergrund gezeigt worden. Bewusst hätten die Beamten zur Verabschiedung ihres Kollegen aber einen Ort “außerhalb des Blickfeldes der Veranstaltung” gewählt.

Aus einem Fenster des AfD-Saales soll die Szene dann fotografiert worden sein. “Erst als einige Personen aus dem Fenster Beifall klatschten und begannen, die Nationalhymne zu singen, wurde dies von den Beamtinnen und Beamten bemerkt, die Verabschiedung abgebrochen und die Fahnen umgehend eingerollt”, schreibt die Polizei.

Sie betont:

Die Umdeutung und Darstellung zu Propagandazwecken ist in hohem Maße unfair und diskreditierend, sie ist für die abgebildeten Einsatzbeamtinnen und Beamten schlichtweg schwer erträglich. Wir verurteilen dieses Vorgehen daher auf das Schärfste.”

(ak)