POLITIK
20/02/2018 10:02 CET | Aktualisiert 21/02/2018 09:05 CET

AfD-Mann gibt vor, sich für Frauen einzusetzen – doch erniedrigt sie auf Facebook

“Ukraine. Preiswert und gut.”

  • Beim rechten “Frauenmarsch” hat auch der Berliner AfD-Abgeordnete Gunnar Lindemann mitdemonstriert
  • Ein alter Facebook-Beitrag zeigt nun, wie er wirklich über Frauen denkt

Am Samstag haben etwa Tausend Menschen in Berlin demonstriert. Der von AfD-Mitglied Leyla Bilge organisierte und von mehreren rechten Organisationen getragene “Frauenmarsch zum Bundeskanzleramt” floppte jedoch. 

► Zum einen nahmen weit weniger Menschen als gedacht an dem rassistischen Protest teil. Zum anderen beteiligten sich vor allem Männer an dem “Frauenmarsch”.

Darunter auch der Berliner AfD-Abgeordnete Gunnar Lindemann. Ein alter Facebook-Beitrag zeigt nun, wie er tatsächlich über Frauen denkt – und wie verlogen sein Einsatz für Frauen und ihre Rechte ist.

Lindemann: “Die Freiheit der Frau ist nicht verhandelbar”

Bereits vor Beginn der Demonstrationen betonte Lindemann auf Twitter: “Die Freiheit der Frau ist nicht verhandelbar.”

In einem weiteren Beitrag betont er den Einsatz “für die Rechte der Frauen”.

Rassismus unter dem Deckmantel des Feminismus

Anders als etwa #Metoo geißelte der “Frauenmarsch” allerdings fast ausschließlich Gewalt von Migranten oder Flüchtlingen gegen Frauen und blendete unter anderem alltäglichen Sexismus aus. Die Demonstration bediente deshalb rassistische Vorurteile unter dem Deckmantel des Feminismus.

Dass das auch bei Lindemann der maßgebliche Antrieb zur Beteiligung an dem Protest war, zeigt nun ein alter Facebook-Beitrag des 47-Jährigen.

► Offenbar hatte Lindemann während eines Urlaubs in der Ukraine im August 2012 heimlich eine Frau im Bikini am Strand fotografiert. Dazu kommentierte er: “Meine beach aussichten (sic!)”

In der weiteren Konversation schwärmte Lindemann von den angeblichen Vorzügen seines Urlaubs in dem osteuropäischen Land:

► “So was läuft da nur rum.”

► “Ukraine. Preiswert und gut.”

“Gibt genug Auswahl in allem”

Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine Konversation zwischen Lindemann und anderen Nutzern in der Kommentarspalte des Bildes:

“Kannst ja ein paar mitbringen, wenn es da so viele gibt, kommt es auf paar mehr oder weniger nicht an”, schreibt einer. Lindemann antwortete: “Mädel vb (Verhandlungsbasis, Anm. d. Red.) ..., mitbringen schlecht, wegen Visum. Aber ist ein armes Land und alles sehr preiswert (sic!)”.

“Auch die Handlungen?”, will nun jemand wissen. Eine Frage die sich wohl auf sexuelle Dienstleistungen bezieht. Lindemann kommentiert, “alles vb und gibt genug Auswahl in allem (sic!)”.

Die Pointe: Zumindest Ukrainerinnen dürften in nächster Zeit vor Anzüglichkeiten und Belästigungen Lindemanns geschützt sein. 

Denn da der AfD-Politiker Anfang Februar zusammen mit acht Parteikollegen ohne Erlaubnis auf die von Russland annektierte ukrainische Halbinsel Krim reiste, droht den Männern bei Einreise in die Ukraine eine Haftstrafe – die bis zu acht Jahre dauern kann.

(lm)