POLITIK
08/06/2018 09:17 CEST | Aktualisiert 08/06/2018 15:05 CEST

Mord an Susanna: AfD-Mann will Schweigeminute im Bundestag – Roth unterbricht

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Eklat im Bundestag: AfD-Politiker Thomas Seitz hat zu einer Schweigeminute für die in Wiesbaden getötete 14-jährige Susanna aufgerufen. Eigentlich hätte Seitz aber zu einer Geschäftsordnungsdebatte sprechen müssen.

Im Video oben seht ihr die Szene. 

“Die vorgesehene Redezeit widmen wir der in Wiesebaden tot aufgefundenen Susanna. Du wurdest 14 Jahre alt”, sagte Seitz.

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth unterbrach Seitz. Wenn er nichts zum Thema zu sagen habe, werde sie den nächsten Redner aufrufen, sagte Roth. Im Bundestag kam es zu wütenden Rufen gegen die AfD. Seitz sagte noch immer nichts – und wurde zurück an seinen Platz zitiert.

“Ich fordere Sie auf, das Redepult zu verlassen”, sagte Roth so.

Wie die anderen Parteien reagierten:

► Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Carsten Schneider, kritisierte die AfD, der Bundestag sei kein Ort der Instrumentalisierung von Opfern.

“Sie sollten sich schämen”, sagte Schneider. Die AfD gehe “schäbig mit der Demokratie” um.

► FDP-Politiker Marco Buschmann entschuldigte sich bei den Angehörigen der Opfer, dass ihr Trauerfall parteipolitisch ausgenutzt worden sei. “Das hat bei mir ein Gefühl der Fremdscham ausgelöst”, so Buschmann.

Zum Hintergrund:

Susanna war vor zwei Wochen verschwunden - ihre Leiche war am Mittwoch in einem Erdloch bei Wiesbaden gefunden worden.

Der irakische Verdächtige Ali B. ist nach Aussagen der Staatsanwaltschaft vermutlich am vergangenen Donnerstag mit seiner gesamten Familie überhastet abgereist.

Der 20-Jährige war bereits mehrfach polizeilich aufgefallen. Er war auch mit der Vergewaltigung eines Kindes in Verbindung gebracht worden.