POLITIK
15/01/2019 18:52 CET

AfD-Mann Magnitz: Internes Schreiben offenbart AfD-Medienstrategie nach Angriff

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dpa
AfD-Politiker Magnitz. 

► Der AfD-Bundestagsabgeordnete Frank Magnitz hat nach dem tätlichen Angriff in Bremen offenbar bewusst ein blutverschmiertes Foto von sich veröffentlicht, um “mediale Betroffenheit” zu erzeugen. Das berichtet die “taz”, der ein internes Schreiben des Politikers vorliegt. 

Die Zeitung zitiert aus dem Schreiben von Magnitz: “Ein solches Foto anzuhängen ist jedoch ungewöhnlich und mir war klar, dass eine entsprechende Aufmerksamkeit damit erzielt werden würde.” 

Weiter schreibt der AfD-Politiker: “Die Pressemitteilung und die Berichterstattung zur Tat haben den Weg um den gesamten Erdball innerhalb von 24 Stunden genommen. Ohne das angehängte Foto wäre die PM wie alle anderen unter ‘ferner liefen’ abgehandelt worden.”

Warum diese Enthüllung über die AfD wichtig ist: 

Bei einer Attacke durch drei Unbekannte war Magnitz am 7. Januar schwer verletzt worden. Ein Foto zeigte die blutige Stirn des Politikers mit einer tiefen Wunde. 

Das Foto war jener Pressemitteilung angehängt, in der die AfD falsche Fakten über den Angriff auf Magnitz verbreitete – und die als Grundlage für die Berichterstattung zahlreicher Medien diente.

Die Polizei stellte den Bericht am nächsten Tag nach Sichtung eines Videos aus einer Überwachungskamera richtig: Die Täter hätten kein Kantholz als Schlaggegenstand verwendet, auch sei Magnitz nicht getreten worden

Laut der “taz” bedauert der AfD-Politiker in dem internen Schreiben die Verwendung des Begriffs Kantholz. “Aus reiner, professioneller Vorsicht hätte man wahrscheinlich ein ‘mutmaßlich’ vor das ‚Kantholz‘ setzen müssen.”