POLITIK
16/06/2018 15:47 CEST | Aktualisiert 16/06/2018 19:40 CEST

AfD-Mann geriert sich als Anschlagsopfer – schuld am Vorfall ist er wohl selbst

Ein externer Sachverständiger hat das Fahrzeug untersucht.

  • Ein Auto, mit dem ein AfD-Abgeordneter noch kurz zuvor gefahren war, hatte lose Radmuttern.
  • Für den AfD-Politiker war das ein Anschlag, die Staatsanwaltschaft fand dafür aber keiner Hinweise – im Gegenteil.

Anton Friesen muss knapp dem Tod entronnen sein. Anders ist das Foto nicht zu deuten, dass der AfD-Bundestagsabgeordnete Ende Mai twitterte: Ein kaputter Wagen, zerschellt an einem Baum.

Friesen behauptete damals: “Linksextremistische Fanatiker” hätten die Muttern an allen vier Rädern gelöst, das sei ein “feiger Anschlag”. Auch der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke schrieb von einem “versuchten Mordanschlag”

Nun kommt heraus: Friesen beziehungsweise der Fahrzeughalter war wohl selbst schuld.

Zahlreiche Zweifel an Friesens Darstellung

► Schon im Mai zeigte sich die Darstellung des AfD-Politikers als äußerst übertrieben: Denn zum einen saß Friesen gar nicht mehr im Wagen, sein Mitarbeiter hatte ihn zuvor abgesetzt.

Und zum anderen hatte der Fahrer die lockeren Radmuttern bemerkt, ehe es überhaupt zu einem Unfall kam. Schaden entstand keiner, verletzt wurde auch niemand. 

Radbolzen haben sich wahrscheinlich selbst gelöst

Ein externer Sachverständiger hatte sich den Wagen nach dem Beinahe-Unfall angeschaut, um mögliche Beweise für eine Sabotage zu finden.

► Die zuständige Staatsanwaltschaft teilte nun aber der Nachrichtenseite “Watson” mit, “dass die am Fahrzeug verbaute Rad-/Reifenkombination nicht dem Originalzustand des Fahrzeuges entsprach”.

Demnach konnte der Sachverständige einige Hinweise finden, die sehr für “ein selbständiges Lösen der Radbolzen” sprechen.  

Laut Staatsanwalt gebe es auch deshalb keine Hinweise auf eine politisch motivierte Vorsatztat

(jg)