POLITIK
07/07/2018 14:31 CEST | Aktualisiert 08/07/2018 16:28 CEST

AfD-Mann Poggenburg nennt Bundeswehr "Schande" – und postet NS-Bild

André Poggenburg spricht von "Landesverrat".

  • AfD-Mann Poggenburg warnt vor einem feindlichen Überfall auf Deutschland – wegen eines Besuchs zweier Transvestiten bei der Bundeswehr.
  • Er postet als Reaktion ein Bild von NS-Legende Erwin Rommel.
  • Im Video oben: Rekord-Umfrage für die AfD: Rechtspopulisten erstmals so stark wie SPD.

Ein ungewohnter Besuch bei der Bundeswehr im baden-württembergischen Dornstadt hat den ehemaligen AfD-Chef Sachsen-Anhalts, André Poggenburg, zu einem skandalös anmutenden Tweet bewegt.

Der Hintergrund:

In der vergangenen Woche waren die beiden Travestiekünstler Lee Jackson und Barbie Stupid bei der Bundeswehr zu Gast. Laut einem Facebookpost der Truppe schauten sich die Transvestiten dort vor allem die Fahrschulpanzer an.

Was Poggenburg schreibt:

Poggenburg teilte daraufhin ein Foto des NS-Generalfeldmarschalls Erwin Rommel – daneben ein Bild von Barbie Stupid.

“Die deutsche Armee... im Laufe der Jahre”, schreibt Poggenburg dazu.

Und warnt vor den vermeintlichen Folgen des Bundeswehr-Pressetermins: “Dieser Zustand ist eine Schande für unser Land und zugleich Landesverrat, da es jeden Gegner förmlich in Versuchung führt unser Land zu überfallen.”

Der AfD-Rechtsaußen lobt den wegen seines Afrikafeldzugs ab 1940 als “Wüstenfuchs” bekannt gewordenen deutschen Generalfeldmarschall Rommel weiter für seine “Einstellung zum Soldatentum (...), der bis heute sogar vom Gegner geschätzt wird”.

Mehr zum Thema: Brandenburgs CDU-Chef Senftleben: “Ich will mit allen Klartext reden – auch mit der AfD”

Es sei “Landesverrat, die eigene Verteidigungsarmee durch immer neue linke Verzückungen in aller Welt zu beschämen anstatt Stärke zu demonstrieren und abzuschrecken”.

Was zwischen den Zeilen steckt:

Poggenburg betrachtet den Besuch des Transvestiten als “beschämend” und offenbar als Zeichen der Schwäche der Bundeswehr.

Auch wenn Poggenburg betont, dass er sich nicht die Nazi-Armee zurückwünscht, wie sein Vergleich suggerieren könnte, drückt er bei Twitter tiefen Respekt vor einem Wehrmachtsangehörigen aus, den das Hitler-Regime zu einem Propagandahelden des Nationalsozialismus verklärte.

Rommels eigene Beziehung zur NS-Ideologie ist weitgehend ungeklärt. Sicher ist aber, dass er die Gunst des NS-Systems zu seinem militärischen Aufstieg nutzte.

(jg)