POLITIK
16/04/2018 17:13 CEST | Aktualisiert 16/04/2018 17:15 CEST

"Kommt mir nicht ins Haus": Hessischer Gastwirt wirft AfD raus

Die Rechtspopulisten hatten nicht gesagt, wer da zum Stammtisch kommen wollte.

  • Ein Restaurant-Chef im hessischen Heuchelheim hat die AfD vor die Tür gesetzt
  • Im Kündigungsschreiben erklärt er der Partei mit deutlichen Worten, warum er die Rechtspopulisten nicht bedienen will

Es war eine freundliche und nette Anfrage, die das Restaurant “Rustico” in Heuchelheim im Westen von Gießen bekam. Der Bitte nach der Reservierung eines größeren Tisches kam Geschäftsführer Thomas Huber Anfang April sofort nach. Es sprach erst einmal nichts dagegen.

► Doch dann erfuhr er, wer bei ihm essen und trinken wollte: “Herr Abendroth (Manfred Abendroth, AfD-Beisitzer im Kreisverband Gießen) hatte nicht gesagt, dass es eine AfD-Veranstaltung ist”, sagt “Rustico”-Chef Thomas Huber der HuffPost. Erst nach mehrmaliger Nachfrage habe der AfD-Lokalpolitiker das eingestanden. 

Für Huber war sofort klar: “Die AfD kommt mir nicht ins Haus, für die mache ich keine Ausnahme.” Einen bereits unterschriebenen Vertrag kündigte der Geschäftsführer sofort. Die Absage begründete Huber zusätzlich in einem Schreiben.

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Dieses Dokument veröffentlichte der Gießener AfD-Kreisverband – anonymisiert – auf Facebook. Darin teilte Huber der AfD in durchaus drastischen Worten mit:

“Solange diese Partei ekelerregende Menschen wie von Storch und Höcke beheimatet, solange muss jeder ‘Gute Deutsche’ dafür sorgen, dass diese Nazi-Weisheiten nicht unter die Menschen gebracht wird!

Diese Partei schadet unserem Land im Ausland und unseren Kindern! Es ist ein Virus, der hoffentlich bald völlig ausgerottet ist! (sic!)” 

Nazi-Parolen müssen draußen bleiben

Die Partei erklärte in dem sozialen Netzwerk, dass es Hubers “gutes Recht” sei, ihren Stammtisch abzusagen. Zugleich werfen ihm die Rechtspopulisten allerdings auch “vollständige Gehirnwäsche” vor, in der Kommentarspalte zum Beitrag rufen die AfD-Anhänger zum Boykott des Restaurants auf. 

► Huber merkt davon allerdings nichts – im Gegenteil. “Viele Leute haben mir recht gegeben”, bemerkt der Wirt im Gespräch. Und betont, dass die Partei noch Glück gehabt hätte, dass sie sich noch vor ihrem Kommen offenbart hatte.

“Hätte ich mitbekommen, dass die AfD bei mir ist, dann hätte ich sie sofort rausgeschmissen und das Essen wäre in der Tonne gelandet”, sagt Huber.

Alle anderen Parteien seien bei ihm willkommen – “nur eben keine mit Nazi-Parolen”.