POLITIK
30/09/2018 17:10 CEST | Aktualisiert 01/10/2018 14:52 CEST

AfD koaliert mit CDU? Auch Gauland offen für dieses Bündnis

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Fabian Bimmer / Reuters
AfD-Chef Alexander Gauland

AfD-Co-Chef Alexander Gauland kann sich unter Umständen eine Koalition mit der CDU vorstellen. “Ich glaube nicht daran, dass die AfD 50 Prozent bei Wahlen erreichen kann. Deswegen brauchen wir einen Koalitionspartner”, sagte Gauland der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” vom Montag.

► Mit den Grünen, der Linkspartei und der SPD sei eine Koalition nicht möglich, gegenüber einem Bündnis mit der FDP sei er skeptisch. “Deswegen bleibt nur eine ins Vernünftige gewendete CDU als Partner.”

Bisher hatte Gauland, der die Bundestagsfraktion mit Alice Weidel führt, stets vor einer zu raschen Regierungsbeteiligung seiner Partei gewarnt. 

Darum ist Gaulands Äußerung zu einer Koalition mit der CDU wichtig:

Eine Koalition aus AfD und CDU hätte in einigen Bundesländern eine absolute Mehrheit.

Mit Blick auf die Landtagswahlen in Sachsen hatte sich AfD-Fraktionschefin Weidel bereits am Donnerstag offen für eine Zusammenarbeit mit den Christdemokraten gezeigt. Als Weidel im Juni eine Koalition mit der CSU befürwortet hatte, wurde sie dafür allerdings aus den eigenen Reihen scharf kritisiert.

Der Hintergrund der aktuellen Debatte: Der neue Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen, Christian Hartmann, hatte in der vergangenen Woche eine Koalition mit der AfD nach der Landtagswahl 2019 nicht ausgeschlossen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere führende Unionspolitiker lehnen eine solche Zusammenarbeit aber strikt ab.

Was Gauland noch sagte:

Gauland erklärte, er rechne damit, dass es nach den Landtagswahlen nächstes Jahr in den drei ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Thüringen Koalitionen aus CDU, SPD, den Grünen und auch der Linken geben werde, um eine Regierungsbeteiligung der AfD zu verhindern. “Aber das wird auf Dauer nicht so bleiben.”

Der 77-jährige AfD-Chef, der fast 40 Jahre lang der CDU angehörte, würde es zudem “begrüßen”, wenn die Christdemokraten wieder konservativer würden.

(sk)