POLITIK
29/07/2018 11:03 CEST | Aktualisiert 04/09/2018 14:17 CEST

AfD-Insiderin packt aus: "AfD-Mitglieder hatten Mordfantasien"

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“Macht des Höcke-Flügels anerkennen”: Im Video oben spricht Petry über Rechte in der AfD

► Die Dresdenerin Franziska Schreiber war vier Jahre lang Mitglied in der AfD. Kurz vor der Bundestagswahl verließ sie die Partei – und packt jetzt in ihrem Buch “Inside AfD” über die Rechtspopulisten aus. 

► In ihrem Buch, das der “Bild”-Zeitung vorliegt, schreibt Schreiber: “Die AfD ist rückschrittlich. (...) Sie ist reaktionär, und ein beträchtlicher Teil der Mitglieder ist extrem nationalistisch. Sie ist die Partei der gelebten Fremdenfeindlichkeit.” 

► Die 28-Jährige schreibt von einer Partei voller Angst, Hass und Wut: “Wer in der AfD-Blase lebt, ist unentwegt von negativen Gefühlen umgeben.” Fakten seien in der AfD egal. 

Warum die Schilderungen der AfD-Aussteigerin wichtig sind:

Schreiber trat 2013 in die AfD ein. Sie wurde Pressesprecherin der Jungen Alternative (JA), der Jugendorganisation der rechten Partei. Sie hatte enge Verbindungen zur ehemaligen AfD-Chefin Frauke Petry und arbeitete ab 2016 im Abgeordneten-Büro von deren Ehemann Marcus Pretzell in der NRW. 

Das bedeutet: Schreiber hatte jahrelang Zugang zum Machtzentrum der AfD – und konnte dort Eindrücke sammeln. Eindrücke, die besorgniserregend sind. 

So schreibt die AfD-Aussteigerin

“Die verbindenden Elemente in der AfD sind Trotz und Wut, ja Hass gegen Andersdenkende, der sich bis hin zu Gewalt- und Mordfantasien steigern kann. (...) Tatsächlich sehnte eine Menge Leute in der AfD einen Terroranschlag geradezu herbei. Jetzt müsste es mal krachen, hörte ich immer wieder. Dann würden die Leute sehen, wie recht wir haben.“

Was Schreiber über den Rechtsruck innerhalb der AfD sagt: 

Schreibers Nähe zu Petry wird in ihrem Buch nur zu deutlich. Sie lobt die ehemalige AfD-Chefin immer wieder, berichtet, dass Vertraute diese “Sternchen” nennen durften. 

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Allerdings berichtet Schreiber auch von einer brisanten Episode um Petry: Sie soll sich mehrmals mit Hans-Georg Maaßen, dem Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz, getroffen haben. 

Maaßen soll Petry gedrängt haben, den Rechtsaußen Björn Höcke aus der Partei zu werfen, schreibt Schreiber. Petry dementiert in der “Bild”, dass dies geschehen sei. Maaßen kommentierte den Vorwurf nicht. 

(sk)