POLITIK
11/12/2018 16:50 CET | Aktualisiert 12/12/2018 10:19 CET

AfD-Rechtsaußen Höcke wirbt für Vita Cola – doch er kannte wohl nicht deren Werbung

Die Cola-Posse der AfD geht weiter.

  • Nachdem ein Anti-AfD-Plakat der Marke Coca-Cola für Empörung bei der Partei gesorgt hat, sucht die nach Alternativen.
  • Die versuchte Vereinnahmung von Vita Cola durch Björn Höcke ist der groteske Höhepunkt der Kampagne – wie ihr auch im Video oben seht.

Viel Auswahl beim Cola-Trinken bleibt für AfD-Anhänger nicht mehr, wenn sie wirklich den Boykott-Aufrufen der Partei folgen wollen. Die Limonaden-Posse begann vor einer Woche, als Aktivisten ein Coca-Cola-Plakat fälschten, um damit gegen die AfD zu protestieren.

Das Problem: Der US-Getränkegigant hatte gar nichts dagegen und distanzierte sich gar von den Ideen der Rechtspopulisten. Doch auch Konkurrent Pepsi distanzierte sich von der AfD, Fritz-Cola positionierte sich schon früher gegen die Partei und Afri-Cola fällt wohl allein wegen des Namens als Durstlöscher für AfD-Fans weg.

Vita-Cola als Alternative für die AfD?

AfD-Thüringen-Chef Björn Höcke versuchte nun Vita-Cola als “Alternative” zu vereinnahmen. Aber auch das Thüringer Unternehmen wehrte sich dagegen.

Es betonte in einer Stellungnahme gegenüber der Anti-Fake-News-Seite “Volksverpetzer”, dass man sich “nicht für politische Auseinandersetzungen von Parteien (...) instrumentalisieren” lasse. Zugleich verwies Vita Cola drauf, “für Weltoffenheit und Toleranz“ zu stehen. 

Alte Werbeplakate des Brauseherstellers zeigen tatsächlich Alltagsbilder, die AfD-Rechtsaußen Höcke nicht gefallen dürften – und die seine Empfehlung für Vita Cola ad absurdum führen. 

“Wer es bunt treibt, kann auch nichts verpassen”

Tatsächlich hatte Vita Cola in der Vergangenheit mehrfach mit schwulen Paaren geworben:

► So zeigt ein altes Werbeposter offensichtlich ein homosexuelles Pärchen, einer der Männer ist darüber hinaus schwarz.

► In einer neueren Kampagne sind ebenfalls zwei Männer. Auf dem Werbebild prangt ebenfalls der Spruch: “Wer es bunt treibt, kann auch nichts verpassen.”

Beide Kampagnen werben mit Bildern, die vielen AfD-Anhängern zuwider sein dürften. 

Es sei erinnert: In der Vergangenheit hatte sich die AfD schon mehrmals empört über die offene Darstellung von Homosexualität und Pärchen gezeigt, bei dem einer der Partner nicht dem Ideal der Partei entsprach

(jkl)