POLITIK
18/01/2018 17:37 CET | Aktualisiert 18/01/2018 18:26 CET

Diese Nachricht einer Mitarbeiterin war sogar AfD-Chef Gauland zu rassistisch

Die Mitarbeiterin könne nicht damit leben, "wenn ihr deutsches Herz in einem Türken schlägt".

Fabian Bimmer / Reuters
Manches das in der AfD passiert, bringt wohl sogar Parteichef Alexander Gauland an den Rande der Verzweiflung. 
  • Wegen einer Facebook-Nachricht hat AfD-Parteichef Alexander Gauland eine seiner Mitarbeiterinnen abgemahnt
  • In einer Privatnachricht hatte sie eine rassistische Äußerung zum Thema Organspende getroffen

Dass einem AfD-Mitglied Rassismus vorgeworfen wird, ist an sich nichts Neues.

Vorallem in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook stolpert der ein oder andere AfD-Politiker immer mal wieder über die Maustaste. Doch die Äußerung einer Mitarbeiterin ging nun offenbar sogar AfD-Parteichef Alexander Gauland zu weit. 

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“Ich will nicht, dass irgendein Nafri meine Organe bekommt”

Zur aktuellen Debatte über Organspende hatte seine Mitarbeiterin Shirley Borchardt eine Privatnachricht an einen Facebook-Freund gesendet. Darüber berichtet die “Rheinische Post”. In der Nachricht erklärte sie:

“Wenn ich bestimmen könnte, wer nach meinem Tod meine Organe bekommt, wäre ich auch Spender, aber ich will nicht, dass irgendein Nafri Safri meine Organe bekommt. Da sollen sie lieber verrotten.”

Kürzlich war bekannt geworden, dass die Zahl der Organ-Spenden einen Tiefpunkt erreicht hat.

In Borchardts Facebook-Nachricht soll es weiter heißen: “... ich könnte nicht damit leben, dass mein deutsches Herz eventuell in einem Türken oder was auch immer schlägt.”

Ein Ausschnitt der Unterhaltung wird in den sozialen Medien verbreitet.  

Der Begriff “Nafri” wird im Polizeijargon für “nordafrikanische Intensivtäter” verwendet und spielte eine große Rolle in der Debatte um die Kölner Silvesternacht 2015.

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AfD-Parteichef Gauland mahnt Mitarbeiterin ab

Dem Bericht der “Rheinischen Post” zufolge soll Gauland von seinem Büroleiter über den Screenshot der Konversation informiert worden sein.

Es habe daraufhin ein persönliches Gespräch mit ihr gegeben, ließ Gauland am Donnerstag über einen AfD-Sprecher mitteilen. “Die dort gemachte Aussage ist für mich nicht akzeptabel und entspricht auch nicht meinen Überzeugungen.”

Mit Material der dpa.

(lp)