POLITIK
30/08/2018 20:51 CEST | Aktualisiert 31/08/2018 09:05 CEST

AfD: Gäste-Gruppe von Alice Weidel besucht KZ-Gedenkstätte – und hetzt

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WOLFGANG KUMM via Getty Images
Der Eingang der Gedenkstätte in Sachsenhausen. 

► Im Juli hat eine AfD-Besuchergruppe aus dem Wahlkreis von Fraktionschefin Alice Weidel die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen besucht. Dabei haben einige Teilnehmer die KZ-Verbrechen verharmlost, berichtet der Berliner “Tagesspiegel”. 

► Laut der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätte hätten fünf bis sechs der 17 Teilnehmer die Führung gestört. Dabei seien “manifest rechte und geschichtsrevisionistische Einstellungen und Argumentationsstrategien erkennbar”, sagte Gedenkstätten-Sprecher Horst Seferens dem “Tagesspiegel”. Strafbare Aussagen seien “bewusst vermieden” worden. 

► Eine Regierungssprecherin sprach gegenüber der Zeitung nur von einem Teilnehmer, der “antisemitische und historisch unhaltbare Äußerungen” gemacht habe. Die Führung sei abgebrochen worden. 

Was AfD-Fraktionschefin Weidel zu dem Bericht sagt: 

Fraktionschefin Alice Weidel sei bei dem Besuch nicht anwesend gewesen, berichtet der “Tagesspiegel” weiter. Das Büro der AfD-Politikerin sagte auf Anfrage der Zeitung: “Das Presseamt hätte uns informieren müssen. Da gab es aber gar nichts.”

Der Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Christian Lüth, sagte dem “Tagesspiegel” zu dem Besuch lediglich: 

“Dabei handelte es sich um ein Programm des Bundespresseamtes, bei dem Alice Weidel ein Programmpunkt von vielen war. Beim Besuch der Gedenkstätte war Alice Weidel nicht zugegen.”

Die AfD und KZ-Gedenkstätten: 

AfD-Politiker Stephan Brandner besuchte kürzlich die KZ-Gedenkstätte Buchenwald. Hinterher warf ihm die Stiftung der Gedenkstätte vor, geschichtsrevisionistische Aussagen seiner Partei zu bestreiten. Brandner habe völkische und antisemitische Äußerungen als kurzzeitige Entgleisungen weniger Einzelner bagatellisiert, teilte die Stiftung damals mit.

Brandner sagte hinterher der Deutschen Presse-Agentur, er sei enttäuscht von dem Gespräch. “Ich wollte erfahren, wie die Stiftung arbeitet, die ja Steuermittel bekommt.”

Mit Material der dpa.

(ben)