POLITIK
11/01/2019 06:19 CET | Aktualisiert 11/01/2019 06:27 CET

AfD: Früherer Landesparteichef Poggenburg verlässt Partei

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Jens Schlueter via Getty Images
Ex-AfD-Mitglied Poggenburg.

► Der sachsen-anhaltische Landtagsabgeordnete und einstige Landespartei-Chef André Poggenburg verlässt die AfD. AfD-Bundesvorstandsmitglied Kay Gottschalk bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass der 43-Jährige seinen Austritt erklärt habe. 

► Poggenburg, der zum rechtsnationalen Flügel der Partei gehörte und in der Vergangenheit immer wieder durch verbale Entgleisungen auffiel, äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht. Der Bundesvorstand der AfD hatte Poggenburg jüngst für zwei Jahre für alle Ämter gesperrt.

Zuletzt sorgte er mit einem Tweet für Ärger, in dem er von einer “deutschen Volksgemeinschaft” sprach – einem Begriff, der häufig in der NS-Zeit verwendet wurde. AfD-Vorstandsmitglied Kay Gottschalk nannte die Wortwahl inakzeptabel. 

► Am Donnerstag hatte Poggenburg angekündigt, eine neue Partei zu gründen. “Das Projekt Parteigründung geht heute los”, sagte Poggenburgs Mitstreiter Egbert Ermer dem “Spiegel”

Mehr zum Thema: AfD-Spaltung im Osten? Poggenburg will offenbar neue Partei gründen

Was ihr über den Austritt Poggenburgs wissen müsst:

In einer Fraktionssitzung am Donnerstag in Magdeburg forderten seine Parteikollegen von ihm ein “klares und aufrichtiges” Bekenntnis zur AfD.

Am Mittwoch hatte Poggenburg zwar noch offen gelassen, ob er in der AfD und der Fraktion in Sachsen-Anhalt bleibt. Allerdings sagte der 43-Jährige schon da:

“Wenn sich das Logo und die Sache, für die man angetreten ist, immer weiter voneinander wegbewegen, muss man sich irgendwann entscheiden, ob man dem Logo oder der Sache folgen will.”

 

Warum sich die AfD-Spaltung in den vergangenen Tagen ankündigte:

Poggenburg musste sich bei seinen Abgeordneten-Kollegen zuletzt wegen angeblicher Spaltungsabsichten rechtfertigen. Sie forderten von ihm in einer Mitteilung ein Bekenntnis zur AfD. 

Poggenburg nutzt neuerdings bei Veröffentlichungen in den sozialen Netzwerken den Namen “Die Nationalkonservativen”.

Das sei ein loses Netzwerk, in dem gut 100 Menschen diskutierten, die mit den Entwicklungen in der AfD unzufrieden seien, sagte er zuletzt. Ob daraus eine Strömung in der Partei werde oder etwas anderes, könne er nicht absehen.

Nach Poggenburgs Rücktritt schrieb der AfD-Fraktions-Chef in Rheinland-Pfalz, Uwe Junge, auf Twitter: “Endlich - ich hoffe, er nimmt den ganzen Narrensaum und die selbst ernannten Patrioten mit!”.